Ehrenamt: Von Feuerwehr bis digitales Engagement

Feuerwehruniformen hängen in einer Freiwilligen Feuerwehr. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Symbolbild
Feuerwehruniformen hängen in einer Freiwilligen Feuerwehr. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Symbolbild
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05. Dezember 2021 - 8:42 Uhr

Halle/Magdeburg (dpa/sa) - Viele Menschen in Sachsen-Anhalt engagieren sich ehrenamtlich für soziale Anliegen, für die Umwelt oder für die Nachbarschaft. "So vielfältig wie die Gesellschaft geworden ist, ist auch die Engagementlandschaft", sagte Uwe Lummitsch von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Sachsen-Anhalt. Gerade auch in der Corona-Zeit gebe eine große Vielzahl von Hilfsangeboten. Am Anfang übernahmen etwa Sportvereine Einkäufe, Vereine nähten Schutzmasken, Migranteninitiativen halfen bei der Übersetzung von Corona-Infos, so Lummitsch.

Für die Freiwilligen Feuerwehren war Corona hingegen ein großer Einschnitt, vor allem in der Ausbildung. "Wir machen ja schon anderthalb Jahre nicht richtig was", sagte der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands Sachsen-Anhalt, Kai-Uwe Lohse. Aktuell engagierten sich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Sachsen-Anhalt rund 38.000 Menschen. Der Bedarf an Freiwilligen sei damit nicht gedeckt. Wie viele genau fehlen würden, könne er nicht sagen, das sei auch je nach Ortsfeuerwehr unterschiedlich.

Bis vor zwei Jahren sei das Engagement für die Feuerwehr über Jahre weniger geworden. "Seit zwei Jahren stabilisiert sich das", sagte Lohse. Die Gründe, warum die Zahlen sinken, seien vielfältig. Einige seien mittlerweile zu alt für den Einsatz, andere hätten Arbeitsorte weit weg vom Wohnort und gerade Jüngere würden oft zum Arbeiten, Studieren oder für die Liebe wegziehen, so Lohse.

Beim Deutschen Roten Kreuz in Sachsen-Anhalt haben sich im Jahr 2020.6295 aktive Mitglieder engagiert - davon 1290 in den Bereitschaften wie Sanitätsdienst, Betreuungsdienst und Rettungshundestaffel, wie das DRK mitteilte. Die Ehrenamtlichen füllten eine wichtige Lücke in der Versorgung der Gesellschaft, sagte DRK-Landesgeschäftsführer Carlhans Uhle.

Gerade in Ausnahmesituationen wie einer Pandemie oder einer Naturkatastrophe merke das DRK, dass sich grundsätzlich zahlreiche Menschen freiwillig engagieren möchten. "Allerdings wollen oder können sich nicht alle langfristig ehrenamtlich binden", sagte Uhle. Das sei sehr schade, denn das Ehrenamt des DRK ist grundsätzlich langfristig angelegt, es bedürfe aufwendige Aus- und Fortbildungen.

Auch Uwe Lummitsch glaubt nicht, dass den Sachsen-Anhaltern das Interesse an ehrenamtlicher Arbeit fehlt. "Engagement wird nicht weniger - es wird vielfältiger", sagte er. Ein neuer Trend sei ein rein digitales Engagement. Das reicht von Online-Lernhilfen bis hin zu Social-Media und Redaktionsarbeit für Vereine.

Es sei aber klar und müsse auch klar bleiben, dass ehrenamtliches Engagement etwas Zusätzliches ist und nicht die gesellschaftlichen Pflichtaufgaben kompensiert, sagte Lummitsch. Die Pflege könne nicht durch Seniorenbegleiterinnen und -begleiter ersetzt werden, ebensoweinig wie der Unterricht durch Lesepatinnen und -paten.

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Quelle: DPA