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Ehre weg, Ehe weg - was macht Christian Wulff jetzt?

Ehre weg, Ehe weg - was macht Christian Wulff jetzt?

Politik-Fahrstuhl fährt rasant

Im Fahrstuhl der Politik - das zeigen viele Beispiele - kann es rasant nach oben gehen, mitunter aber auch ganz schnell nach unten. Das erlebt derzeit niemand so hautnah wie der einstige Bundespräsident Christian Wulff. Ehre, Status, Macht - alles dahin. Und nach der Trennung von seiner Frau Bettina fehlt auch noch der Halt im Privaten. Trotz eines üppigen Ehrensolds wird sich Wulff einen neuen Job suchen müssen.

Ehre weg, Ehe weg - was macht Christian Wulff jetzt?
Christian Wulff mit Amt, Würde - und Ehefrau. Ein Bild aus vergangenen Zeiten.
dpa, Wolfgang Kumm

Die Geschichte von Wulff klingt wie ein Märchen – nur rückwärts: Vom Schloss ging es in die Mietwohnung, und aus dem glücklich verheirateten Präsidenten wurde ein arbeitsloser Single. Nur ein Jahr liegen die guten Zeiten zurück, mit Frau Bettina als erster Mann im Staat. Jetzt sind die Zeiten schlecht, das Amt ist weg, die Frau auch, und die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wulff wegen Vorteilsnahme. Da findet sich nicht leicht ein neuer Arbeitsplatz. "Solange nicht klar dass er nicht vorbestraft ist, wird ihn keiner an Bord holen", meint Publizist Hugo Müller-Vogg.

Er will es wie Nobelpreisträger Carter machen

Seine über 200.000 Euro Ehrensold muss Wulff wohl bald mit zwei Ex-Frauen und den Kindern teilen. Doch nicht nur aus finanziellen Gründen wird er sich eine neue Aufgabe suchen – nach Jahren an der Macht verzichten Politiker nicht gerne auf Einfluss und Bedeutung. Wie der gestrauchelte Polit-Star Karl-Theodor zu Guttenberg: Er berät ein wenig die EU und pflegt weiter die Hoffnung auf eine zweite politische Karriere in Deutschland. Diese Möglichkeit fällt für Wulff wohl weg – er war zu weit oben, um weiter unten wieder einzusteigen.

Wulff selber sagt, er wolle sich an Ex-US-Präsident Jimmy Carter orientieren. Der setzte sich nach seiner Abwahl für Menschenrechte und Demokratie weltweit ein – und bekam dafür mit 78 den Friedensnobelpreis. Vielleicht ein kleiner Trost für Wulff: Bis dahin hat er noch 25 Jahre Zeit.