2018 M08 20 - 11:49 Uhr

Englische Bulldogge Marlon wurde in Asien geklont

Als ihr geliebter Hund Marlon bei einer Routine-Operation stirbt, sind Sven und Simone aus Sachsen untröstlich. Das Ehepaar würde alles tun, um seinen Liebling wiederzubekommen. Im Internet stoßen die beiden auf ein Labor in Südkorea, das sich auf das Klonen von Hunden spezialisiert hat – eine Methode, die in Deutschland verboten ist. Jetzt ist der Welpe geboren. Im Video sehen Sie die ersten Bildes des Hundes.

Rund 88.000 Euro für genetischen Zwilling

Die Englische Bulldogge Marlon war das Ein und Alles des Paares aus Sachsen. Viereinhalb Jahre lebte Marlon bei der Familie. Doch dann starb das Tier bei einem eigentlich harmlosen Eingriff. Das wollte die Familie nicht einfach so hinnehmen. "Marlon war für uns wie ein viertes Kind", erzählt Simone. "Das kann jede Mutter nachvollziehen, wenn plötzlich ein Kind aus dem Leben gerissen wird".

Als Sven und Simone von "Sooam Biotech" in Seoul erfahren, steht ihr Entschluss schnell fest: Die Firma soll für sie einen genetischen Zwilling von Marlon klonen – für insgesamt rund 88.000 Euro. Dem toten Haustier wurden in Deutschland Gewebeproben entnommen. Weil die so schnell wie möglich ins Labor mussten, buchte das Paar einen Last-Minute-Flug, um die Proben nach Südkorea zu bringen. Dort extrahierte das Labor dann die DNA von Marlon.

Der neue Marlon und der alte Marlon sehen nicht ganz gleich aus...

Im nächsten Schritt des Klonvorgangs wurde die Eizelle eines Spendertieres mit dem Erbgut von Marlon verschmolzen. Dadurch entstand ein künstlicher Embryo, den anschließend eine Hündin als Leihmutter austrug. Nach der geglückten Einpflanzung der Eizelle, schickte die Firma "Sooam Biotech" der Familie sogar regelmäßig Ultraschallbilder und inwischen nach der Geburt auch  Fotos des Welpen. Die ersten sechs Monate bleibt das Hündchen noch bei seiner Mutter. Wenn alles gut geht, soll der "neue" Marlon im Frühjahr 2019 zu seiner sehnsüchtig wartenden Familie nach Deutschland gebracht werden.

Der Welpe ist allerdings keine exakte Kopie des verstorbenen Famiienhundes. Die Mitarbeiter des südkoreanischen Labors hatten Sven und Simone bereits im Vorfeld gewarnt, dass Flecken und Fellfarbe des Klon-Hundes leicht variieren können. Und tatsächlich entdeckt man bei dem neugeborenen Hund einen kleinen Unterschied - wie Sie im Video sehen können. Und auch charakterlich können sich der "neue" und der "alte" Marlon unterscheiden. Zwar sind bestimmte Eigenschaften und Talente genetisch bedingt. Wie der Hund sich am Ende verhält, hängt aber auch stark davon ab, in welchem Umfeld er groß wird und wie er erzogen wird.

Tierschutzbund spricht sich gegen Klonen aus

Das Klonen von Tieren ist in Deutschland gesetzlich untersagt und moralisch höchst umstritten. Der Deutsche Tierschutzbund hat eine klare Meinung zu dem Vorgang: "Fast immer müssen hunderte Klone sterben, ehe ein Tier lebend zur Welt kommt. Tiere, die zunächst überleben, sind oft krank und sterben früh", mahnt die Organisation auf ihrer Website. Doch Sven und Simone sind sich sicher alles richtig gemacht zu haben. Im Video-Interview erklären sie, warum sie sich dazu entschieden haben, ihren geliebten Hund klonen zu lassen und sich über alle Bedenken hinwegzusetzen.