Ehefrau unglücklich - kein Scheidungsgrund, urteilt das oberste Gericht Großbritanniens

Tini Owens und ihr Immer-noch-Ehemann Hugh Owens.
Tini Owens und ihr Immer-noch-Ehemann Hugh Owens.
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26. Juli 2018 - 14:27 Uhr

Tini Owens muss bis 2020 mit ihrem Mann verheiratet bleiben

"Bis dass der Tod euch scheidet." Für Tini Owens aus Worcestershire in England eine Horrorvorstellung. Die Britin will sich von ihrem Ehemann Hugh Owens scheiden lassen. Sie ist in ihrer Ehe unglücklich, doch das reicht nicht als Scheidungsgrund. Das oberste Gericht Großbritanniens wies ihre Klage ab, wie die BBC berichtet. Die Eheleute Owens müssen bis ins Jahr 2020 verheiratet bleiben.

Hugh Owens ist seiner Frau treu und will die Ehe weiterführen

Warum verurteilt der Supreme Court die unglückliche Frau zu zwei weiteren Jahren Ehe? Das liegt am Scheidungsrecht in England und Wales: Eine Scheidung ist nur in gegenseitigem Einvernehmen möglich. Hugh Owens will aber keine Scheidung. Und er hat sich in 40 Jahren Ehe nichts zu Schulden kommen lassen, was eine Ausnahme ermöglicht. Das wären laut BBC-Bericht ein Seitensprung, ungebührliches Verhalten oder "wenn er sie im Stich gelassen hätte." Doch Hugh Owens ist seiner Frau treu und will die Ehe weiterführen.

Das oberste Gericht entschied also wie es das Gesetz will: Die Ehe bleibt bestehen. "Das aktuelle Scheidungssystem verursacht Feindseligkeit in einer ohnehin schon schwierigen Situation", zitiert die BBC das Justizministerium. "Wir beschäftigen uns bereits mit möglichen Reformen des Systems."

Warum kann die Ehe im Jahr 2020 geschieden werden?

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Hugh Owens wohnt im einen Haus, Tini Owens direkt nebenan

Nach geltendem Recht darf das Ehepaar die Scheidung durchführen, wenn sie fünf Jahre getrennt voneinander leben. Tini Owens will sich zwar schon seit 2012 scheiden lassen, sie ist aber erst im Februar 2015 ausgezogen. Und zwar ins direkt benachbarte Haus. Das seit 1978 verheiratete Paar hat zwei Kinder und wird wohl erst nach 42 Ehejahren geschieden. "Sie ist am Boden zerstört", sagte der Anwalt von Tini Owens der BBC. Die Vorsitzende Richterin befand den Fall als "sehr bekümmernd", aber es sei nicht Sache der Richter "die Gesetze zu ändern."