22. Mai 2019 - 17:05 Uhr

Bei einem Einsatz in Hamburg-Hausbruch haben Polizisten am Mittwoch einen 34-Jährigen erschossen. Der Brite soll zuvor seine 32 Jahre alte Ehefrau und ein Kleinkind in einer Wohnung bedroht haben, wie die Polizei mitteilte. Als die Beamten eintrafen, sei der Mann mit dem Messer auf sie losgegangen. Daraufhin sei es zu der "Schussabgabe" gekommen. Der Angreifer sei schwer verletzt worden und kurz darauf seinen Verletzungen erlegen. Die Frau und das Kleinkind sowie Polizeibeamte seien nicht verletzt worden.

Die Frau habe selbst den Notruf gewählt und von der Bedrohung berichtet, sagte ein Polizeisprecher. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler schloss sich die 32-Jährige mit dem Kind in einem Zimmer ein. Der Polizei Hamburg war der Angreifer bisher nicht bekannt.

Beamte des Beziehungsgewaltdezernats der Region Harburg nahmen wegen der Bedrohungslage und des Angriffs auf die Polizeibeamten erste Ermittlungen auf. Wegen des polizeilichen Schusswaffengebrauchs werden Beamte des Dezernats Interne Ermittlungen ebenfalls die Geschehnisse untersuchen.

"Das ist ein Ausnahmefall", sagte der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Joachim Lenders. Es komme in Deutschland nur selten vor, dass ein Mensch bei einem Polizeieinsatz erschossen werde. Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Hamburg, Andreas Schmidt, betonte, wie stark belastend es für Beamte sei, von der Schusswaffe Gebrauch machen zu müssen. "Die psychische Belastung zieht der Beamte nicht mit der Uniform aus", sagte er.

Im Herbst 2017 hatte die Tötung eines 45-Jährigen in einer psychiatrischen Klinik in Hamburg-Bergedorf für Schlagzeilen gesorgt. Polizisten erschossen den Patienten, nachdem der Ärzte bedroht und Beamte mit einem Messer angegriffen hatte.

Quelle: DPA