24. Mai 2019 - 0:01 Uhr

Die Ehefrau ist offenbar eine Wiederholungstäterin

Der 82-Jährige hat großes Glück, dass er heute noch lebt. Im Mai 2018 mischte seine Ehefrau ihm Frostschutzmittel in den Kartoffelsalat. Sie wollte ihren Mann vergiften – offenbar weil sie es auf sein Geld abgesehen hatte. Doch der Mann überlebte. Die Giftmischerin wurde nun vom Landgericht München wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Es war wohl auch nicht ihre erste Tat. Einem ihrer früheren Ehemänner jubelte sie K.-o.-Tropfen unter. Was der Überlebende zu dem Urteil sagt – in unserem Video.

Nur einen Tag nach dem ersten Hochzeitstag googelte sie Tötungsmethoden

Die 74-Jährige hatte anscheinend schon länger geplant, ihren Mann zu töten. Das Paar heiratete 2013. Doch das Glück währte nicht lange. 2014, nur einen Tag nach ihrem ersten Hochzeitstag, informierte sich die Frau im Internet über verschiedene Tötungsarten. Unter anderem soll sie "Menschen aus dem Leben scheiden lassen ohne Spuren" gegoogelt haben. Bei einer Familienfeier fragte sie sogar ganz offen nach einem Mörder, dem sie 400 Euro zahlen würde. "Da drängt sich der Verdacht auf, dass sogar die Ehe geplant war, um einen schönen Lebensabend genießen zu können", meinte der Richter.

Auch der Mann bemerkte irgendwann, dass die Ehe immer mehr zerbrach. Nach drei Jahren sei nicht mehr viel von der Beziehung übrig gewesen, erzählte der 82-Jährige im RTL-Interview. Doch seine Frau wollte die Scheidung offenbar mit allen Mitteln verhindern. Sie wusste, dass sie ihren Lebensstandard nur als Witwe erhalten konnte, denn ihr Mann ließ sie aus seinem Testament streichen. Einen Tag vor dem Mordversuch, fälschte sie mutmaßlich eine Generalvollmacht, um nach dem Tod ihres Mannes über dessen Eigentum zu verfügen.

Horst K. konnte das Gift nicht herausschmecken

Sie bestellte im Internet eine Flasche Ethylenglykol und mischte ihrem Mann eine potentiell tödliche Dosis in den Kartoffelsalat. Besonders gefährlich: Das Gift schmeckt leicht süßlich, sodass das Opfer keine Chance hatte, das Frostschutzmittel herauszuschmecken. Der Ansicht waren auch die Experten vor Gericht. "Die toxische Gutachterin hat gesagt, dass man es in der Gemüsebrühe nicht merken würde", sagte der 82-Jährige im RTL-Interview.

Nachdem er die Gift-Mahlzeit gegessen hatte, wurde ihm schlecht und er erbrach sich mehrfach. Das war wohl sein Glück. "Dadurch dass ich alles ausgespuckt habe, konnte das Glykol auch nicht wirken", erzählt der 82-Jährige. Es gelang ihm, Hilfe zu rufen, sodass er ins Krankenhaus kam. Heute geht es dem Rentner gut. Er hat keine bleibenden Schäden davongetragen.

Während des Prozesses kam ans Licht, dass die Frau schon einmal einem ihrer Ehemänner gefährliche Substanzen verabreicht hatte. Sie betäubte ihn und einen Bekannten mit K.-o.-Tropfen, um das Lokal des Bekannten nach Geld zu durchsuchen. Der Verteidiger der 74-Jährigen will jetzt Revision gegen das Urteil einlegen. "10,5 Jahre Gefängnis bedeuten für eine 74-Jährige lebenslänglich", sagte er. Er hatte auf Freispruch plädiert.