EHEC-Entwarnung: Deutsche stürmen Gemüseabteilungen

27. Juli 2011 - 11:45 Uhr

Gurken, Tomaten und Salat sind wieder gefragt

Sind Sie nach der EHEC-Entwarnung auch erstmal in den Supermarkt gestürmt und haben Tomaten, Gurken und Salat gekauft? In den Läden sind die Regale leer, denn ganz Deutschland ist nach dem Entzug plötzlich ganz heiß auf Gemüse. Gesunde Ernährung wird also wieder einfacher.

Auch auf den Wochenmärkten boomt das Gemüsegeschäft. Ernährungsexperten sind darüber sehr glücklich. "Wir sollten täglich rund 700 Gramm Obst und Gemüse essen. Das schafft so gut wie keiner", sagt Expertin Uta Peiler. "Durch die EHEC-Katastrophe haben die Leute noch weniger gegessen. Das war also wirklich sehr schlecht für die Gesundheit. Und jetzt kommen die Menschen langsam wieder auf die Mengen, die gesund sind."

Landwirte kämpfen mit Einbußen

Trotzdem: Leidtragende des EHEC-Chaos sind nach wie vor die Landwirte. Die EU will sie zwar jetzt mit 210 Millionen Euro entschädigen, für viele ist das aber zu wenig. Auf einem Gurkenhof in Bremen ist man aber froh, dass das Gemüse überhaupt wieder in der Kiste landet, statt in der Tonne. "Momentan verpacken wir unsere Ware wieder" so Betriebsleiterin Angi Schramm. "Zur Zeit füllen die Läden ihre Bestände wieder auf und wir hoffen, dass es so weiter geht. Jetzt geht es darum, ob die Kunden was kaufen."

Aber genau das läuft trotz der abgegrasten Supermärkte zumindest am Hamburger Großmarkt eher schleppend an. Hier mussten die Händler durch die EHEC-Krise gegen Einbußen von bis zu unglaublichen 90 Prozent ankämpfen.

Doch eine komplette Entwarnung bei EHEC gibt es noch nicht: Nach wie vor gelten Sprossen - egal ob gekauft oder selbst gezogen, ob aus dem Glas oder frisch - als Gefahrenquelle.

Die Zahl der EHEC-Toten in Hamburg hat sich auf sieben erhöht. Ein 1920 geborener Mann starb an der Durchfallkrankheit, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Bislang sind insgesamt 37 Menschen in Deutschland gestorben.

Ungeachtet wachsender Kritik aus der EU hält Russland unterdessen an seinem Anfang Juni verhängten Einfuhrverbot für Gemüse aus der EU fest. Der Darmkeim gebe weiter Anlass zur Sorge, obwohl die EU Aufklärung versprochen habe, kritisierte Russlands oberster Amtsarzt Gennadi Onischtschenko. Verhandlungen mit EU-Vertretern über ein Ende der Handelsblockade hätten keinen Durchbruch gebracht, sagte Onischtschenko nach Angaben der Agentur Interfax. Die EU hält das Importverbot für Gemüse aus allen 27 Staaten der Union für völlig überzogen.