EHEC-Ärzte erschüttert über Patienten-Leid

3. Juni 2011 - 12:40 Uhr

Ungewissheit macht das Personal fertig

Sie alle sind am Ende ihrer Kräfte - und geben doch nicht auf. Die Ärzte und Schwestern im Universitätsklinikum in Hamburg betreuen schon seit Wochen die am EHEC-Erreger erkrankten Patienten - 24 Stunden am Tag.

Besonders zeitaufwändig für die Spezialisten sind die Dialysen. Diese Blutwäschen sind das einzige, was die Nieren der EHEC-Infizierten noch retten kann. Der tägliche Kontakt mit den Kranken beansprucht die Mitarbeiter noch stärker als sonst: "Es ist nicht die Arbeit. Die Arbeit oder die Behandlung und Betreuung der Patienten ist so wie sonst auch, das ist nicht das Problem. Sondern wirklich, dass die Patienten sehr jung sind und sehr krank und keiner weiß wo's herkommt und wo's hingeht", so Heike Bober, Dialyse-Spezialistin.

"Das Besondere ist, dass ohne wesentliche Vorerkrankungen plötzlich Patienten da sind, die schwerst neurologisch krank sind, die nicht mehr sprechen, die sich nicht mehr bewegen oder die epileptische Anfälle haben und dann sogar ins künstliche Koma verlegt werden müssen", so Dr. Christian Gerloff, Leiter der Neurologie, UKE Hamburg.

Beinahe 100 EHEC-Kranke liegen in der Uni-Klinik, davon fast 20 auf der Intensivstation. Bei einigen ist noch immer nicht sicher, ob sie die Krankheit ohne Langzeitschäden überstehen werden. Das ist für alle Mitarbeiter das Schwierigste - die Ungewissheit, was aus den Patienten wird.