Egal ob Bio oder nicht: Jedes vierte Tierprodukt stammt von einem kranken Tier

06. Oktober 2016 - 15:15 Uhr

Drastische Zustände in deutschen Ställen

Bei Schweineschnitzel oder Frühstücksei und Co. kommt bei vielen nur noch Bio auf den Tisch. Das ist teurer, aber gesünder, und dem Tier geht es auch besser, meinen viele Verbraucher. Dass das leider ein Trugschluss ist, hat jetzt die Organisation 'Foodwatch' bekannt gegeben. Jedes vierte Tierprodukt auf unserem Teller stamme von einem kranken Tier, klären die Experten auf. Egal ob Bio oder nicht.

Viele kaufen Biofleisch für das eigene gute Gewissen und weil sie sich, den Tieren und der Umwelt etwas Gutes tun wollen. Was die Tiergesundheit betrifft, ist Bio kein Stück besser als Fleisch aus konventionelle Haltung. Wie drastisch die Zustände in deutschen Ställen sind zeigen jetzt aktuelle Aufnahmen der Tierschutzorganisation 'Animal Rights Watch'.

Zu sehen sind Tiere mit Brüchen oder offenen Wunden. Die Bilder sind auf Höfen bekannter deutscher Landwirtschaftsfunktionäre entstanden – vermeintliche Vorzeigebetriebe. Geschlachtet werden häufig auch kranke Tiere.

"Ein Großteil der Mastschweine hat Lungenprobleme, wird auf Schlachthöfen festgestellt. Manchmal wirft man Lunge weg, manchmal nicht, das Tier wird immer noch gegessen", sagt Erasmus Schmitz von 'Animal Rights Watch'. Aus seiner Sicht charakterisierten die Aufnahmen die Zustände in vielen Mastbetrieben in Deutschland.

Die Bilder wurden heimlich von Aktivisten in Betrieben hochrangiger Vertreter landwirtschaftlicher Verbände aufgezeichnet – unter anderem beim Präsidenten des Bauernverbands Thüringen, beim Vorsitzenden des Zentralverbands der deutschen Schweineproduktion oder auch beim Vize-Präsidenten des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft. Die Funktionäre räumten Verstöße gegen den Tierschutz in ihren Betrieben ein.