„Team Fellnase“ hat es so entschieden

Edeka-Märkte: Schluss mit Böllern - den Tieren und der Umwelt zuliebe

Böllerverbot oder gar kein Verkauf - immer mehr Menschen wollen Tiere und Umwelt schützen.
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06. Dezember 2019 - 12:14 Uhr

Kein Böllerverkauf in „Meyers Edeka“

Bereits nach Weihnachten geht es meist schon los: Übermütige Jugendliche feuern vor lauter Ungeduld schon die ersten Böller ab - und erschrecken damit häufig Mensch und Tier. Klar, das ist der Spaß dabei. Gar nicht spaßig findet das allerdings das Team von Meyers Edeka Neumünster in Schleswig-Hostein. Zuliebe von Tier und Umwelt wollen sie dieses Jahr auf den Böllerverkauf verzichten.

Nicht grundsätzlich gegen Feuerwerk

In einem Facebook-Posting gibt der Markt bekannt: "Unsere tierischen Mitglieder der Meyers Familie haben einstimmig entschieden – dieses Jahr gibt es bei uns KEIN Feuerwerk zu kaufen", heißt es in dem Post von Edeka-Meyers. "Wir möchten unseren und allen anderen Fellnasen sowie der Umwelt etwas zurückgeben und nicht noch mehr zu der enormen Feinstaubbelastung und massiver Verängstigung der Tiere beitragen", heißt es dort zur Begründung. Das Unternehmen sei nicht grundsätzlich gegen Feuerwerk, befürworte dagegen eine öffentliche Lösung in geordneteren Bahnen.

Die Entscheidung bekommt hauptsächlich Zustimmung: "Chapeau! Für unsere Pferde und Ponys im Stall (...) ist das oft die anstrengenste Nacht im ganzen Jahr! Tolle Aktion!", kommentiert eine Nutzerin. Andere Nutzer sind entsetzt: "Tja, dann werde ich mich wohl abwenden. Feuerwerk hat Tradition und muss bleiben. Nie wieder Meyers."

Auch Hornbach will 2020 verzichten

Die norddeutschen Edeka-Märkte in Neumünster sind mit der Entscheidung nicht alleine. Auch Hornbach will in Zukunft auf Böller verzichten. Dem Portal idowa.de sagte ein Firmensprecher: "Wir haben uns mit diesem Thema intensiv beschäftigt und bereits entschieden, dass das Feuerwerkssortiment 2020 ausgelistet wird. Das heißt, einen Feuerwerksverkauf wird es 2019 zum letzten Mal in unseren Märkten geben", sagt Hornbach-Sprecher Florian Preuß dort.

Bereits im letzten Jahr sorgte die gleiche Entscheidung eines Rewe-Marktes aus Rheinland-Pfalz bundesweit für Schlagzeilen. Der Markt hatte damals sogar beschlossen, Geld zu spenden statt den Umsatz aus dem Böller-Verkauf mitzunehmen.

Tier- und Umweltschutz: Böller-Verbote in immer mehr Städten

In Prag sind ab diesem Jahr nicht nur private, sondern auch öffentliche Feuerwerke verboten, weil die Böllerei für Mensch und Tier zu laut sei und umweltschädlichen Feinstaub freisetze. In welchen Städten es in Deutschland schon Verbote und Teilverbote für privates Silvesterfeuerwerk gibt, können Sie hier nachlesen!