Ecuador gewährt Assange Asyl

© dpa, Soledad Contreras

17. August 2012 - 13:08 Uhr

Ecuador will Assanges Leben vor Verfolgungsrisiken in den USA schützen

Überraschende Entwicklung: Ecuador gewährt dem Wikileaks-Gründer Julian Assange Asyl. Außenminister Ricardo Patiño erklärte auf einer Pressekonferenz, die Entscheidung zugunsten des in die Botschaft Ecuadors in London geflüchteten Assange sei getroffen worden, um sein Leben vor Verfolgungsrisiken in den USA zu schützen. Das britische Außenministerium hatte kurz zuvor angedeutet, dass Großbritannien Assange kein freies Geleit für einen Flug nach Ecuador gewähren werde.

Assange hält sich seit Mitte Juni in der Botschaft Ecuadors in London auf. Die schwedische Justiz lastet ihm Sexualdelikte an und hat deswegen einen EU-weiten Haftbefehl gegen ihn erwirkt.

Britisches Außenministerium zeigt sich "enttäuscht"

Patiño beschuldigte erneut Großbritannien, mit einem Eindringen in die Botschaft des südamerikanischen Staates in London gedroht zu haben, um eine Festnahme Assanges zu ermöglichen.

Ecuador habe den Südamerikanischen Staatenbund Unasur und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gebeten, die Außenminister ihrer Mitglieder einzuberufen, um eine gemeinsame Stellungnahme zur britischen Haltung zu vereinbaren. Die Unasur-Minister könnten bereits am Wochenende in Quito zusammenkommen. OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza habe eine baldige Minister-Konferenz zugesagt, erklärte Ecuadors Außenminister.

Das britische Außenministerium zeigte sich in einem ersten Statement über die Internetplattform Twitter "enttäuscht" über die Entscheidung in Quito. London hoffe aber weiterhin auf eine Verhandlungslösung, die es den britischen Behörden erlaube, ihren Verpflichtungen auf Grundlage der Auslieferungsgesetze nachzukommen.