Ecclestone wütet: Formel 1 schlecht wie nie zuvor

Bernie Ecclestone, Formel 1
F1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone wäre gut beraten, ein PR-Seminar zu besuchen.
dpa, Valdrin Xhemaj

Marketing in eigener Sache klingt anders: Bernie Ecclestone hat ein vernichtendes Urteil über die Lage der F1 gefällt. Die "Formel 1 ist so schlecht wie nie zuvor", sagte der Chefvermarkter der 'Daily Mail'. "Ich würde mein Geld nicht ausgeben, um mit meiner Familie ein Rennen anzusehen. Ausgeschlossen."

Ecclestone führt diesen seiner An-sicht nach verheerenden Zustand auf jene Leute zurück, die nur den kurzfristigen Erfolg im Blick hätten. Er wolle dagegen "machen, was am besten für die Formel 1 ist", versicherte der Brite, der seit mehr als 40 Jahren die Geschicke der Rennserie lenkt.

Als einen entscheidenden Faktor erachtet Ecclestone angesichts der jüngsten Dominanz von Mercedes die Vorhersehbarkeit der Rennausgänge. Deshalb schlägt er einen angepassten Qualifikationsmodus für die Grands Prix' vor. "Wir brauchen Wettbewerb im Racing", sagte Ecclestone.

Seiner Überlegung nach könnte in der Zukunft ein Teil der Startaufstellung auf den Kopf gestellt werden, um mehr Spannung zu erzeugen. So könnte zum Beispiel der Schnellste nach der Qualifikation von Platz 10 aus starten, der eigentlich Zweitschnellste entsprechend von Rang 9 und so weiter. "Diese Art schafft Wettbewerb unter den Jungs mit ähnlicher Geschwindigkeit", so Ecclestone, der sich auch mit 85 Jahren noch bester Gesundheit erfreut. Allerdings sei er manchmal vergesslich, erzählte der frühere Autoverkäufer. "Aber nur, wenn ich möchte."