Ebola-Virus: Rettet Junge aus Liberia den US-Arzt, dem er sein Leben verdankt?

11. August 2014 - 14:44 Uhr

Infizierter US-Arzt Brantly weiter im Fokus

Die derzeitige Ebola-Katastrophe in Westafrika präsentiert sich zugleich als Schauplatz menschlicher Größe. So hat der mit dem Ebola-Virus infizierte, amerikanische Arzt Kent Brantly (33), der am Samstag mit einem Spezialflugzeug in Atlanta eingetroffen ist, ein für ihn gedachtes Serum abgelehnt und seiner ebenfalls erkrankten Kollegin Nancy Writebol (59) zur Verfügung gestellt. Nach Angaben der Hilfsorganisation Samaritan's Purse, für welche die beiden US-Ärzte in Liberia im Einsatz waren, versuchte daraufhin ein 14-jähriger Junge, der dank der Helfer das Ebola-Virus überlebt hat, Brantly seinerseits das Leben zu retten.

Ebola-Virus: Junge will US-Arzt Kent Brantly retten, dem er sein Leben verdankt
Der amerikanische Arzt Kent Brantly vor seiner Erkrankung in Liberia.
© dpa, Handout

Dafür wurde dem Arzt noch in Liberia das Blut des gesundeten Jungen gespritzt – mit der Hoffnung auf Antikörper, die dem Körper des Arztes im Kampf gegen die Krankheit helfen könnten. Nun ist Brantly ersten Berichten zufolge bereits auf dem Wege der Besserung. "Es ist ermutigend, dass es ihm besser zu gehen scheint", sagte Tom Frieden, Direktor der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC), dem US-Sender CBS. Auch seitens der Hilfsorganisation Samaritan's Purse hieß es, dass sich Brantlys Zustand bessere. Für Dienstag wird zudem die Ankunft der zweiten, an Ebola erkrankten US-Amerikanerin Nancy Writebol erwartet.

Ebola nun auch in Nigeria

Nicht alle US-Bürger befürworten jedoch den Schritt, dass nun auch in ihrem Land Ebola-Patienten behandelt werden. Obwohl die behandelnden Ärzte versichern, dass alle nötigen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Ausbreitung der gefährlichen Krankheit in den USA zu verhindern, regt sich insbesondere in den sozialen Medien die Angst vor dem tödlichen Virus. Auch Marget Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), warnte davor, dass die Seuche verheerende Ausmaße annehmen könne, wenn sie nicht schnell unter Kontrolle gebracht wird. Das Virus breite sich derzeit schneller aus als die zahlreichen Helfer in der Lage seien, es einzudämmen. Mittlerweile ist auch ein Ebola-Fall im bisher nicht betroffenen Nigeria bekannt. Dort sei ein Arzt, der einen kürzlich an der Krankheit verstorbenen Liberianer behandelt hatte, mit dem Virus infiziert, teilte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu mit.

In Deutschland ist man dagegen zuversichtlich, eine mögliche Epidemie im Keim ersticken zu können. So sei die Stadt Frankfurt mit Deutschlands größtem Flughafen bereits für einen Ebola-Fall gerüstet. Dass die tödliche Krankheit aus Westafrika über den Luftweg eingeschleppt wird, ist aus Sicht des Gesundheitsamts aber "extremst unwahrscheinlich". Auch das Frankfurter Universitätsklinikum ist nach eigener Einschätzung für den Fall der Fälle vorbereitet. Das Krankenhauspersonal werde "unabhängig von der Ebola-Problematik" regelmäßig geschult, so Oberarzt Timo Wolf. "Wir sind jederzeit bereit, einen solchen Fall adäquat zu versorgen."