Ebola-Verdachtsfall in Berlin bestätigt sich nicht – 30-Jährige an Malaria erkrankt

20. August 2014 - 19:39 Uhr

"Patientin geht es den Umständen entsprechend gut"

Aufatmen in Berlin: Der Verdachtsfall auf Ebola hat sich nicht bestätigt. Die betroffene 30-jährige Patientin ist stattdessen an Malaria erkrankt, wie das Universitätskrankenhaus Charité mitteilte.

Ebola-Verdachtsfall in Berlin bestätigt sich nicht.
Die 30-jährige Frau, die aus Nigeria gekommen war, wurde zur Untersuchung in die Infektionsabteilung des Virchow-Klinikums in der Berliner Charité gebracht.
© REUTERS, THOMAS PETER

Die Frau hatte am Vormittag in einem Berliner Jobcenter über hohes Fieber geklagt. Die Behörde rief den Notarzt, weil sich die Frau eine Woche zuvor in Nigeria aufgehalten hatte. In Westafrika gibt es seit April den bisher größten bekannten Ebola-Ausbruch mit mehr als 1.200 Toten. Ein Symptom für Ebola ist hohes Fieber.

Nach Angaben der Charité verliefen alle Tests zum Nachweis auf Ebola negativ. Die Diagnose laute nun auf Malaria-Infektion. "Der Patientin geht es den Umständen entsprechend gut", erklärte der Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité, Norbert Suttorp, in einer Mitteilung. Eine Therapie sei eingeleitet.

Die 30-Jährige war nach dem Notruf des Jobcenters zuerst in einem Notarztwagen isoliert und später zur Untersuchung in die Infektionsabteilung des Virchow-Klinikums gebracht worden. Die Polizei riegelte danach die Zufahrten zu der Klinik ab, auf dem Gelände patrouillierte ein Sicherheitsdienst.

Wegen des Ebola-Verdachts wurden auch sechs Menschen, die mit der Patientin Kontakt hatten, vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht. Es geht darum, möglichen Ansteckungen vorzubeugen. Alle anderen Besucher der Jobcenters, die zunächst im Haus bleiben mussten, durften das Gebäude nach rund zwei Stunden wieder verlassen, berichtete ein Feuerwehrsprecher.

Fieber in Kombination mit Afrika reicht für Einsatz aus

In Deutschland hat sich bisher kein Verdachtsfall auf Ebola bestätigt. Mit Notfallplänen für Seuchenalarm halten sich die deutschen Behörden gut für den Ernstfall gerüstet. Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) zeigte sich zufrieden mit der Reaktion von Behörden und Medizinern auf den Ebola-Verdachtsfall. Die Alarmkette habe funktioniert, sagte der CDU-Politiker im rbb-. "Wir sind für den Ernstfall gerüstet".

Die Berliner Feuerwehr habe den Einsatz bei Ebola-Verdachtfällen seit Beginn der Epidemie in Westafrika geübt, sagte ein leitender Notarzt. Die Information Fieber in Kombination mit Afrika reiche im Moment schon für einen Einsatz aus. "Das ist dann aber erst der Verdacht auf einen Verdachtsfall», sagte ein leitender Notarzt.

Erste Anzeichen für Ebola sind hohes Fieber und Kreislaufprobleme ähnlich wie bei einer Grippe oder bei Tropenkrankheiten wie Malaria. Ebola ist aber weit weniger ansteckend als Grippe und kann nur durch den Kontakt mit den Körperflüssigkeiten eines Infizierten, die in Wunden oder Schleimhäute gelangen, übertragen werden.