Ebola-Patient aus Westafrika in Hamburg gelandet

Im Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf wird ab heute der erste Ebola-Patient aus Westafrika behandelt.
Im Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf wird ab heute der erste Ebola-Patient aus Westafrika behandelt.
© dpa, Georg Wendt

28. August 2014 - 7:16 Uhr

Erkrankter ist Mitarbeiter der WHO

Erstmals behandeln Ärzte in Deutschland einen an Ebola erkrankten Menschen. Ein Spezialjet mit dem infizierten Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an Bord landete auf dem Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel. Die Feuerwehr brachte den Patienten mit einem Isolierrettungswagen in das Behandlungszentrum für hoch ansteckende Erkrankungen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Zu Geschlecht, Alter und Nationalität des Patienten wollte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt, nichts sagen. Er betonte jedoch, für die Menschen in Hamburg gebe es keine Gefahr: Eine Ansteckung sei nur im direkten Kontakt mit einem Patienten möglich - etwa durch Körperflüssigkeiten. Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es kann unter anderem zu Fieber und schweren Blutungen führen.

Das UKE und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin haben bei der Therapie von hoch ansteckenden Erkrankungen einen hervorragenden Ruf. In dem speziellen Behandlungszentrum des UKE werden Patienten versorgt, die sich mit lebensbedrohlichen Erregern wie Filoviren - sie sind verantwortlich für das Ebola- und Marburg-Virus - oder Coronaviren (Sars) infiziert haben. Die WHO habe beim UKE angefragt, ob der Mitarbeiter in Hamburg behandelt werden könnte, sagte Schmidt. In Abstimmung mit der Gesundheitsbehörde sei dann die Entscheidung gefallen, dass der Patient in die Hansestadt kommen kann.

Der graue Jet mit dem Patienten war am Geschäftsfliegerzentrum des Flughafens gelandet. Ein Konvoi aus Feuerwehr- und Polizeifahrzeugen fuhr an den Jet heran, zwei Menschen in weißen Schutzanzügen verließen das Flugzeug. Gegen 10.30 Uhr setzte sich der Konvoi in Bewegung und verließ den Flughafen. Bereits Ende Juli hatte die WHO beim UKE angefragt, ob ein Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort versorgt werden könnte. Der Arzt war aber gestorben, bevor er zur Behandlung nach Deutschland gebracht werden konnte. Bereits damals hatte das UKE betont, die Sicherheitsvorkehrungen seien so hoch, dass es für Mitarbeiter und Öffentlichkeit keinen Grund zur Sorge gebe.