Ebola: Obama mahnt schnelles Handeln an

22. September 2014 - 20:18 Uhr

Bedrohung für die globale Sicherheit

US-Präsident Barack Obama hat die Weltgemeinschaft mit eindringlichen Worten auf den Kampf gegen Ebola eingeschworen. Sollte die außer Kontrolle geratene Epidemie nicht gestoppt werden, könnten sich Zehn- oder gar Hunderttausende Menschen infizieren, warnte Obama bei einem Besuch der US-Seuchenbehörde in Atlanta. "Wir müssen schnell handeln."

Obama nannte den Ebola-Ausbruch in Westafrika eine Bedrohung für die globale Sicherheit. Die Vereinten Nationen (UN) hatten zuvor vor einem Zusammenbruch betroffener Länder gewarnt. Zur Bewältigung der Krise wollen die USA rund 3.000 Soldaten nach Westafrika schicken. Die Einsatzkräfte sollen in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden 17 Kliniken mit je 100 Betten für Ebola-Patienten in Liberia, Guinea und Sierra Leone bauen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die US-Initiative. Er rief andere Länder auf, diesem Beispiel zu folgen.

"Es handelt sich längst um viel mehr als um einen Gesundheitsnotstand", hatte zuvor die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe, Valerie Amos, in Genf erklärt. "Wenn nicht schnell gehandelt wird, droht den betroffenen Ländern eine massive humanitäre Krise." Amos zufolge muss zunächst verhindert werden, dass die Gesundheitsversorgung in den besonders betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone zusammenbricht. Dies gelte auch für die Bekämpfung anderer Krankheiten. Wichtig sei zudem die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser.

Merkel verspricht Liberia schnelle Hilfe

Die Kosten für die Bewältigung der Ebola-Krise schätzen die UN auf gut eine Milliarde US-Dollar. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben sich bis zum Dienstag fast 5.000 Menschen mit der Fieberkrankheit Die Kosten für die Bewältigung der Ebola-Krise schätzen die UN auf gut eine Milliarde US-Dollar. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben sich bis zum Dienstag fast 5.000 Menschen mit der Fieberkrankheit angesteckt, davon ist etwa die Hälfte gestorben. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Die USA wollen neben dem Aufbau von Kliniken in den kommenden sechs Monaten pro Woche bis zu 500 Pflegekräfte im Umgang mit Ebola schulen sowie Medikamente und Desinfektionsmittel an Hunderttausende Haushalte verteilen. In der liberianischen Hauptstadt Monrovia solle eine Kommandozentrale errichtet werden und im Senegal ein Sammelpunkt. Eine Luftbrücke soll helfen, Ärzte, Hilfsarbeiter und Medikamente schneller nach Westafrika zu bringen. "Die Welt weiß, wie sie diese Krankheit bekämpfen kann. Es ist kein Rätsel", sagte Obama nach seinem Treffen mit Ärzten und anderen CDC-Mitarbeitern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Liberia unverzügliche Hilfe im Kampf gegen Ebola versprochen. "Die Situation in Liberia ist in der Tat dramatisch", erklärte sie. Zu dem persönlichen Appell der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf an Merkel sagte die Kanzlerin: "Wir werden sehr schnell agieren und mit allem dem, was wir zur Verfügung haben, bereitstehen." Es gehe um Lufttransporte, sichere Rücktransporte für Ärzte und andere Mitglieder von Zivilorganisationen sowie um eine Krankenstation und die Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation.