Ebola: Jetzt ist jedes Mittel recht

06. September 2014 - 19:20 Uhr

WHO setzt auf Bluttransfusionen von Überlebenden und ungetestete Medikamente

Auf der Suche nach neuen Medikamenten gegen das tödliche Ebola-Virus haben Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf getagt. Um nichts unversucht zu lassen, sollen Patienten nun mit dem Blut von Überlebenden behandelt werden. Zuvor hatte die WHO bereits den Einsatz des nicht zugelassenen Medikamentes 'ZMapp' erlaubt – ein nicht unumstrittener Schritt.

Mikroskop-Aufnahme des Ebola-Virus.
So sieht das Ebola-Virus unter dem Mikroskop aus.
© EPA/FREDERICK A. MURPY / CDC

Die Zahl der Ebola-Toten ist laut der WHO allein in den drei am schwersten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone auf 2.097 gestiegen. Die Lage sei weiter sehr kritisch, erklärte die UN-Organisation. Vor allem fehle es an Gesundheitseinrichtungen und medizinischem Personal. WHO-Experten gehen davon aus, dass noch weit mehr Menschen als bisher amtlich registriert der Epidemie zum Opfer gefallen sind.

Im Kampf gegen Ebola sprach sich die WHO daher für den Einsatz von Therapien mit dem Blut und Seren Überlebender aus. "Es gibt die reale Chance, dass aus Blut gewonnene Produkte jetzt verwendet werden können. Diese könnten sehr wirksam bei der Behandlung von Patienten sein", sagte die WHO-Vizedirektorin Marie-Paule Kieny.

Mit dem Medikament 'ZMapp' wurden bisher sieben Patienten behandelt. Es ist zwar noch nicht zugelassen und auch nicht klinisch getestet. Doch für viele Kranke könnte es die letzte Chance sein – ein britischer Krankenpfleger, der das Mittel erhalten hatte, ist wieder gesund.

Und so erlaubt die WHO jetzt den Einsatz von 'ZMapp' und bewertet ihn als ethisch vertretbar. Ein Schritt der zeigt, wie groß die Angst vor der Seuche ist. "Das Problem ist so groß, dass man auch auf solche Medikamente zurück greift - auch wenn dazu keine klinischen Studien gibt", erläutert Virologe Prof. Dr. Ulf Dittmer.

Ein Impfstoff gegen die Seuche könnte frühestens im November eingesetzt werden, an mehreren Mitteln wird mit Hochdruck geforscht.