Ebola in USA erstmals von Mensch zu Mensch übertragen

14. Oktober 2014 - 18:23 Uhr

Pflegekraft hatte Kontakt zu Verstorbenen aus Liberia

Nach dem ersten Ebola-Todesfall in den Vereinigten Staaten ist auch erstmals in den USA Ebola von einem Menschen auf einen anderen übertragen worden. Eine Pflegekraft habe sich bei der Versorgung des kürzlich verstorbenen Patienten aus Liberia angesteckt, meldete die Gesundheitsbehörde von Texas. Das habe ein erster Test ergeben, die Bestätigung durch einen zweiten stehe noch aus. Über die Pflegekraft wurden zunächst keine Details wie Alter oder Geschlecht bekannt. Sie hatte zuvor leichtes Fieber gemeldet und war sofort isoliert worden.

Ebola in USA erstmals von Mensch zu Mensch übertragen
In Dallas starb am 6. Oktober ein Mann aus Liberia an Ebola. Eine Pflegekraft hat sich bei dem Verstorbenen angesteckt.
© REUTERS, JIM YOUNG

Zur Infektion kam es trotz voller Schutzkleidung beim Kontakt mit dem Ebola-Kranken. "Die Person war voll den Maßgaben der (Gesundheitsbehörde) CDC gefolgt: Anzug, Handschuhe, Maske, Brille", sagte Daniel Varga von der texanischen Gesundheitsbehörde in Dallas. Dem Fernsehsender CNN zufolge soll es sich um eine Krankenschwester handeln. Ihr Gesundheitszustand war dem Krankenhaus zufolge zunächst stabil.

Der Mann aus Liberia, bei dem sich die Pflegekraft ansteckte, war am Mittwoch gestorben. Der 42-Jährige war am 20. September in die USA geflogen und hatte vier Tage später erste Symptome entwickelt. Die liberianische Regierung warf dem Mann vor, bei der Ausreise gelogen zu haben: Obwohl er einer todkranken Frau in ein Taxi geholfen hatte, habe er beteuert, keinen Kontakt zu Kranken gehabt zu haben. Ein Krankenhaus in den USA hatte den Mann zunächst abgewiesen - obwohl er nach Aussage von Verwandten gesagt hatte, dass er aus dem Ebola-Gebiet kam.

Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde hätten die nun erkrankte Pflegekraft bereits befragt. "Menschen, zu denen sie nach dem Auftreten der Symptome Kontakt hatte, werden beobachtet, je nachdem, wie eng der Kontakt war und wie sehr sie dem Virus ausgesetzt waren", hieß es von den Behörden. "Menschen sind nicht ansteckend, bevor sie erste Symptome zeigen", wurde erneut betont.

Europa in Alarmbereitschaft

Auch in Europa sind die Behörden weiterhin in Alarmbereitschaft. In Großbritannien wurde landesweit ein Ebola-Ausbruch simuliert. Getestet werden sollte, ob das Gesundheitssystem einer solchen Situation Herr werden kann. In Deutschland besteht nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe kein Grund zur Sorge. Es gebe "hervorragend ausgestattete Behandlungszentren", die auf den Umgang mit hoch ansteckenden Krankheiten spezialisiert seien, sagte der CDU-Politiker der 'Rheinischen Post'.

Auf dem New Yorker John F. Kennedy-Flughafen werden inzwischen Flugreisende aus von Ebola betroffenen Ländern bei der Ankunft auf mögliche Symptome untersucht. Nach US-Medienberichten hat damit der New Yorker Flughafen als erster von fünf großen US-Flughäfen mit dem Screening begonnen. In den nächsten Tagen sollen die internationalen Flughäfen in Newark, Chicago O'Hare, Washington Dulles und Hartsfield-Jackson in Atlanta dem Beispiel folgen. Ähnliche Prüfungen in Deutschland sind vorerst nicht geplant. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es keine direkkten Flugverbindungen von Deutschland in afrikanische Länder, in dene Abola ausgebrochen ist.

Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind inzwischen weit über 8.000 Ebola-Fälle in den drei hauptsächlich von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone registriert, mehr als 4.000 Menschen starben. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.