Ebola-Entdecker kritisiert WHO scharf - beispiellose Infektionsrate unter Helfern

Peter Piot wirft der WHO vor, zu spät auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika reagiert zu haben.
Peter Piot wirft der WHO vor, zu spät auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika reagiert zu haben.
© dpa, epa efe De la Paz

27. August 2014 - 12:50 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach Ansicht des Ebola-Entdeckers Peter Piot zu langsam auf den Ausbruch des Virus in Westafrika reagiert. Bereits im März sei gewarnt worden, dass sich seit Dezember 2013 eine Ebola-Epidemie entwickele, sagte der belgische Forscher der Pariser Zeitung 'Libération' .

"Ungeachtet von Anforderungen durch MSF (Ärzte ohne Grenzen) ist die WHO nicht vor Juli aufgewacht", kritisierte der belgische Wissenschaftler, der das Ebola-Virus 1976 in Zaire (Kongo) entdeckte. "Inzwischen hat sie die Führung übernommen, aber das kam spät."

Wie ernst die Lage in Westafrika ist, dokumentieren neue Zahlen der WHO. Demnach haben sich mehr als 240 Ärzte, Pfleger und andere Helfer angesteckt, von denen über 120 gestorben sind. Für die hohe Infektionsrate unter den Helfern nannte die WHO etliche Gründe: Oft sei die Ausstattung mit Schutzausrüstung wie Spezialkleidung, Mundschutz oder Handschuhen unzureichend. Zudem seien viele Helfer mit der chaotischen Situation vor Ort völlig überfordert, was das Infektionsrisiko erhöhe. "Überlastetes Personal ist anfälliger für Fehler", erklärte die WHO.