Tretroller mit Antrieb

E-Scooter: Was plant Verkehrsminister Andreas Scheuer?

Wer darf wo mit E-Scootern entlang rollen?
Wer darf wo mit E-Scootern entlang rollen?
© dpa, Nicolas Armer, nar axs sab sja

22. März 2019 - 14:24 Uhr

Von Markus Heggen aus dem RTL-Hauptstadtstudio

Tretroller und Skateboards mit Elektroantrieb sollen auf unseren Straßen zugelassen werden. Wo dürfen die fahren und muss ich einen Helm tragen? Das sind die Pläne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer dazu:

Keine Helm-, aber Versicherungspflicht

Sogenannte E-Scooter mit Lenkstange und E-Skateboards dürfen ohne weitere Genehmigung genutzt werden, man braucht also keinen Führerschein wie beim Mofafahren. Einen Helm muss man nicht tragen, ist aber im Straßenverkehr immer sinnvoll und kann bei Unfällen Leben retten.

Die Elektro-Fahrzeuge müssen bei der Versicherung angemeldet werden und brauchen dann einen entsprechenden Aufkleber. Sie dürfen nicht auf Gehwegen, müssen auf der Straße oder Radwegen fahren und dürfen nicht schneller als 20 Kilometer pro Stunde unterwegs sein.

FDP-Kritik: zu viel Bürokratie

Andere Parteien wie die FDP finden den Gesetzesentwurf zu bürokratisch, weil die elektrischen Tretroller und Skateboards als Kraftfahrzeug eingeordnet sind. Dadurch gibt es eine Altersbegrenzung: Geräte mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit bis 12 km/h dürfen ab 12 Jahren und Geräte bis 20 km/h ab 14 Jahren gefahren werden. Daniela Kluckert von der FDP kritisiert im Bundestag heute außerdem die Versicherunsgpflicht. Die kann bei 90 Euro im Jahr liegen - und das ist für junge Leute wie Schüler und Azubis viel Geld.

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Höhere Unfallgefahr?

Verkehrexperten kritisierten zudem, dass Elektroskateboards weder eine Lenkstange noch Bremsen haben. Das – und das vorgesehene Fahren auf den Radwegen – erhöht die Unfallgefahr, besonders in den Städten, wo sich Verkehrsteilnehmer ohnehin aggressiver im Straßenverkehr verhalten und die Straßen oft übermäßig voll sind. Deshalb dürfen Tretroller ohne Lenkstange erstmal nicht genutzt werden, dafür erarbeitet das Ministerium einen Extra-Plan.

In Städten, wo Wege generell weit sind, oder auf dem Land, wo der Weg zur nächsten Bus- oder Bahnhaltstelle weit ist, kann der E-Scooter für diese Strecken eine echte Erleichterung sein. Aber hier gilt, wie beim Radfahren, sehr aufmerksam zu sein, denn als Fahrer ist man ungeschützt und sehr verletzlich. Das Inkrafttreten der Verordnung ist für den Frühsommer geplant. Einsteigermodelle starten bei 350 Euro.