Club steht quasi vor dem Abstieg

Dynamo Dresden-Profi Chris Löwe attackiert DFL: „Das ist denen alles scheißegal“

19. Juni 2020 - 15:51 Uhr

Dresdens Abstieg in die 3. Liga so gut wie sicher

Das Schicksal von Fußball-Zweitligist scheint besiegelt: Durch die 0:2-Niederlage gegen Holstein Kiel ist der Abstieg in die dritte Liga so gut wie sicher. Nach dem Spiel überkam Dynamo-Profi Chris Löwe der Frust – nicht nur wegen der Niederlage, sondern wegen der Spielansetzung. Dem 31-Jährige platzte der Kragen, im "Sky"-Interview setzte er zum Frontalangriff gegen die DFL an.

Dresden von vornherein im Nachteil

"Glauben Sie, dass einer in der DFL sich nur eine Sekunde Gedanken macht, was bei uns in den Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheißegal. Wir sind die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiß", wütete der Verteidiger im Interview mit nach dem Spiel.

Was Löwe meint? Aufgrund mehrfacher positiver Coronatests in der Vorbereitung auf den Zweitliga-Re-Start mussten alle Dresdner Spieler in eine 14-tägige häusliche Quarantäne. Das so wichtige Mannschaftstraining konnte in dieser Zeit natürlich nicht mehr stattfinden. Somit ging Dynamo mit einer einzigen Woche gemeinsamen Trainings in die Fortsetzung der Saison, die dann auch noch besonders hart wurde: In 22 Tagen stehen gleich acht Spiele im Dresdner Spielplan.

„Wir sind die Idioten, die das ausbaden“

"Die Leute sitzen in ihren 5000 Euro teuren Bürostühlen, entscheiden über unsere Köpfe hinweg und wir sind die Idioten, die das Ganze ausbaden. Die Frage ist, ob dasselbe mit München oder Dortmund passiert wäre, oder nur mit uns?", fragte Löwe mit zittriger Stimme und Tränen in den Augen. Er sieht sich und seinen Verein betrogen.

Sportlich gesehen ist Dynamo Dresdens Niederlage gegen Holstein Kiel gleichbedeutend mit dem Abstieg. Mit fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsrang bei noch zwei ausstehenden Spielen besteht für Dresden nur noch eine rechnerische Chance auf den Klassenerhalt.