Dutzende tote Delfine in Florida angespült - sind die Bauern schuld am Massensterben?

28. November 2018 - 23:17 Uhr

Biologen rätseln um Delfinsterben

Die Delfine Floridas werden von einer schlimmen Plage heimgesucht: Insgesamt 100 Große Tümmler sind seit Juli an der Südwestküste des US-Bundesstaates angespült worden - eine ungewöhnlich hohe Zahl. Anwohner und Naturschützer sind alarmiert: Ist der Mensch für das Meeressterben verantwortlich?

Raffte Algenblüte Delfine dahin?

Bislang wird vermutet, dass die Tiere aufgrund hoher Konzentrationen der "Red Tide", einer Algenblüte, die sich durch Giftstoffe bildet, zugrunde gehen. Die Population der giftigen Algen kann durch Verschmutzungen aus der Landwirtschaft und andere menschliche Aktivitäten unkontrolliert anwachsen und ein Massensterben von Meerestieren verursachen. Da es auch in der Vergangenheit in der Region schon höhere Konzentrationen der "Red Tide" gab, erwarten Biologen von genommenen Wasserproben ähnliche Ergebnisse. Diese stehen jedoch noch aus.

"Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dann könnte das ernsthafte Auswirkungen auf die Population der Großen Tümmler haben", sagt Blair Maser von der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA). Doch das Problem könnte noch viel weitreichendere Konsequenzen haben: Wenn die Delfine betroffen sind, dann sind auch Auswirkungen auf die Fischpopulation zu erwarten. Und wenn den Delfinen Beutefische fehlen, könnte das ihren Bestand noch weiter reduzieren.

"Wenn ein so großes Säugetier umkommt, dann stimmt etwas nicht"

Allein in den Landkreisen Collier und Lee wurden seit dem 21. November 37 Große Tümmler angespült. Damit steigt die Zahl der seit Juli im gesamten Südwesten des Bundesstaates gefundenen Tiere auf über 100. Dass ab und zu ein toter Fisch am Strand gefunden werde sei normal, sagt Jim Wiseman aus der Region. Doch einen Delfin habe er vorher noch nie gefunden. "Wenn ein so großes Säugetier umkommt, dann stimmt im Wasser etwas nicht", ist sich Wiseman sicher.

Auch tote Schildkröten und Kadaver anderer Tiere wurden zuletzt an den Stränden Floridas angespült. Wasserproben sollen der Ursache des mysteriösen Sterbens jetzt auf den Grund gehen und klären, was den beliebten Tieren zu schaffen macht.