Boko Haram könnte verantwortlich sein

Dutzende Menschen sterben bei Massaker in Nigeria

30. November 2020 - 14:29 Uhr

Blutbad in Borno

Erneut wird Nigeria von einem schrecklichen Anschlag erschüttert. Am Samstag überfallen Frauen und Männer auf Motorrädern die Dörfer im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias. Dutzende Opfer fordert das Massaker.

„Der Vorfall ist der brutalste direkte Angriff auf unschuldige Zivilisten in diesem Jahr“

Die Opfer befanden sich gerade bei der Ernte auf Reisfeldern, als die Angreifer kamen. Laut Medienberichten wurden einige Arbeiter gefesselt und anschließend die Kehle durchgeschnitten. Andere Opfer wiesen Schusswunden auf. Edward Kallon, der humanitäre Koordinator der Vereinten Nationen in Nigeria, sprach von dem brutalsten Angriff auf unschuldige Zivilisten in diesem Jahr.

Hintergründe noch unklar

Bisher ist noch nicht klar, wer hinter dieser Tat steckt. Dennoch wird vermutet, dass die Terrorgruppe Boko Haram oder ISWAP, der westafrikanische IS-Ableger, für das Massaker verantwortlich sind. In Vergangenheit kam es immer wieder zu Anschlägen dieser Art. Die Verantwortlichen waren meist die genannten Terrorgruppen.

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Wieso kommt es immer wieder zu Anschlägen?

Boko Haram bedeutet "westliche Bildung verboten" und die Gruppierung hat das Ziel einen islamischen Staat in Nigeria zu bilden. Die Terroristen kämpfen für die Einführung der Scharia, also das islamische Recht, verfolgen Christen und töten immer wieder Zivilisten.

Auch die ISWAP verfolgt dieses Ziel. ISWAP steht für "Islamischer Staat in Westafrika" und ist ebenfalls eine islamistische Miliz. 2016 hatten sich die Kämpfer von Boko Haram abgespalten, um sich mit der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) zu verbünden.

Beide Gruppierungen terrorisieren die Bevölkerung Nigerias und auch die der Nachbarländer. Die Anschläge der Terrorgruppen versetzen die Menschen in der Region in Angst. Die Folge: Immer mehr Menschen flüchten aus Angst vor dem Terror. Laut des UN-Flüchtlingshilfwerks sind bereits 2,4 Millionen Menschen auf der Flucht.