Polizei ermittelt gegen 48 Männer und 2 Frauen

Durchsuchungen im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach: "Kein Täter soll ruhig schlafen können"

02. September 2020 - 11:38 Uhr

Razzien in 12 Bundesländern

Spektakulärer Schlag gegen Kinderpornografie und Missbrauch: Die Kölner Polizei und Staatsanwaltschaft haben über einen bundesweiten Einsatz informiert. Die Ermittler durchsuchten 60 Objekte in ganz Deutschland und ermitteln nun gegen 50 Tatverdächtige, die kinderpornografische Dateien besessen oder weiterverbreitet haben – darunter 48 Männer und zwei Frauen. 

Was die Ermittler mitzuteilen haben, können Sie auch unten in unserem LIVE-Ticker verfolgen.

Spezialeinheiten durchsuchen Wohnungen von 50 Tatverdächtigen

Nach Angaben der Polizei waren an mehreren Orten Spezialeinheiten im Einsatz. "Vier Personen wurden nach bisherigen Erkenntnissen leicht verletzt", so die Ermittler. Die meisten Durchsuchungen gab es in Bayern. Insgesamt wurden 2.000 Bewismittel beschlagnahmt, darunter Handys, Laptops und Datenträger. In Nordrhein-Westfalen wurden auch zwei Tresore sichergestellt, die heute geöffnet werden sollen. Ein Tatverdächtige versuchte noch, sein Handy im Badezimmer zu zerstören, als die Polizei plötzlich vor der Tür stand.

Die Ermittlungen rund um den Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hatten bis Ende August bereits zu Spuren in sämtliche Bundesländern geführt. Mit Stand 27. August wurde alleine in NRW gegen 84 Beschuldigte ermittelt, zehn Menschen waren bereits angeklagt, einer in Haft, acht in Untersuchungshaft. Ende Juni hatte NRW-Justizminister Peter Biesenbach mitgeteilt, dass die Ermittler im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach auf Spuren gestoßen seien, die zu potenziell mehr als 30.000 Verdächtigen führen könnten.

LIVE-Ticker zum Fall Bergisch Gladbach

  • 9/2/20209:27:14 AM
    Ermittler gehen mit allen Mitteln gegen die Täter vor
    "Wir setzen alle rechtlichen und technischen Möglichkeiten ein", erklärten die Ermittler auf der Pressekonferenz.
  • 9/2/20209:21:36 AM
    Täter sind in großen Netzwerken organisiert
    Die Ermittler betonten, wie wichtig es sei, mit großen koordinierten Maßnahmen gegen die Verdächtigen vorzugehen. Man habe es nicht mit Einzeltätern zu tun, die für sich kinderpornografische Bilder sammeln, sondern mit vernetzten Strukturen. Kein Täter solle ruhig schlafen können. Jeder solle fürchten, dass ein Hinweis oder ein Spur auch zu ihm führen könne.
  • 9/2/20209:18:05 AM
    Bei den Durchsuchungen gab es vier leicht Verletzte
    Die Polizei war bundesweit im Einsatz und durchsuchte in mehreren Bundesländern verschiedene Objekte. Dabei habe es vier leicht Verletzte gegeben, zum Teil hätten Menschen einen Schock erlitten und ärztlich versorgt werden müssen. Bei keinem der Verletzten seien bleibende Schäden zu erwarten, so die Ermittler.

    Die meisten Durchsuchungen gab es in Bayern. In Nordrhein-Westfalen wurden auch zwei Tresore sichergestellt, die heute geöffnet werden sollen. Außerdem traf die Polizei bei einem der Tatverdächtigen eine Familie mit einem kleinen Kind an. Die Verwandten des Tatverdächtigen wurden über die Gefahren aufgeklärt, in der das Kind sich möglicherweise befand. Ein anderer Tatverdächtige versuchte noch, sein Handy im Badezimmer zu zerstören, als die Polizei plötzlich vor der Tür stand.
  • 9/2/20209:11:41 AM
    Polizei muss Tausende von Dateien auswerten
    Die Ermittler kamen den 50 Tatverdächtigen auf die Spur, weil zuvor sichergestelltes Material in akribischer Arbeit kriminalistisch ausgewertet worden sei. Die Tatverdächtigen sollen selbst keinen Missbrauch verübt haben. Die Beamten stellten bei ihnen aber 2.000 Beweismittel sicher - größtenteils Datenträger, die nun ebenfalls ausgewertet werden.
  • 9/2/20209:08:37 AM
    Ermittler wollen hart durchgreifen
    "Wir geben den Kampf gegen Pädokriminelle nie auf", erklärten die Ermitter. Jedes kinderpornografische Bild zeige ein Missbrauchsopfer. Darüber müsse sich jeder im Klaren sein.
  • 9/2/20209:05:55 AM
    Polizei führt gigantische Razzia gegen Kinderpornografie durch
    Die Polizei durchsuchte 60 Objekte. Insgesamt wird nun gegen 50 Tatverdächtigen ermittelt. Vier davon fielen der Polizei erst bei den Durchsuchungen auf, 46 hatten die Ermittler bereits im Visier.
  • 9/2/20208:59:30 AM
    Ermittler informieren in Pressekonferenz über Razzien
    In Köln wollen Polizei und Staatsanwaltschaft ab 11 Uhr Einzelheiten zu den Razzien im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach mitteilen. Bundesweit waren am Dienstag die Wohnungen von 50 Tatverdächtigen durchsucht worden.
  • 8/10/202010:48:11 AM
    Erster Prozesstag abgesagt
    Aufgrund des Feueralarms im Justizzentrum und den daraus entstandenen Arbeiten und Verzögerungen findet der erste Prozesstag nicht wie geplant am heutigen Montag statt. Der Prozessstart wurde auf den 17.08.2020 verschoben.

    Ein brennender Schaltschrank hatte einen automatischen Feueralarm ausgelöst. Daraufhin mussten alle das Gebäude verlassen; laufende Prozesse wurden umgehend unterbrochen.

  • 8/10/202010:04:45 AM
    Feueralarm könnte Prozessbeginn verzögern
    Im Kölner Justizzentrum, in dem der Prozess heute starten soll, hat es einen automatischen Feueralarm gegeben. Alle 23 Etagen im Gebäude mit Amtsgericht und Landgericht wurden evakuiert. Bereits laufende Prozesse wurden unterbrochen. Ausgelöst wurde der Alarm durch einen brennenden Schaltschrank im Kühlraum. Es wird erwartet, dass der heutige Prozess gegen den Hauptangeklagten stattfindet, möglicherweise aber verspätet beginnt.
  • 8/10/20206:11:13 AM
    Jörg L. will sich im Laufe des Prozesses zu den Vorwürfen äußern
    Nach Angaben des Gerichts hat sich der Angeklagte bislang nicht zu den Vorwürfen eingelassen. Eine Einlassung sei allerdings für den zweiten Prozesstag angekündigt.Jörg L. soll aber bei der Identifizierung seiner Chat-Partner geholfen haben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe. Zudem steht die Anordnung einer Sicherungsverwahrung im Raum.
  • 8/10/20206:01:53 AM
    Prozess gegen Jörg L. startet heute
    Jörg L. brachte alles ins Rollen: Der 43-Jährige ist einer der zentralen Verdächtigen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach. Ab heute muss er sich in Köln vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, seine 2017 geborene Tochter immer wieder missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er die Taten fotografierte und filmte und die Dateien an Chatpartner weiterleitete. In Foren und Chats war er nach RTL-Informationen unter dem Pseudonym „Lila06789Homer Simpson“ unterwegs. Als Passwort für sein Handy soll er das Geburtsdatum seiner dreijährigen Tochter gewählt haben, die er immer wieder missbrauchte.

    Die Durchsuchungen bei dem 43-Jährigen - in Bergisch Gladbach - im Herbst 2019 brachten den ganzen Fall einst ins Rollen. Polizisten fanden riesige Mengen kinderpornografischen Materials. Vor allem entdeckten sie aber auch digitale Kontakte zu anderen Männern. Nach und nach kamen sie immer mehr Verdächtigen in unterschiedlichen Städten auf die Spur.

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