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Durchbruch bei Verhandlungen über iranisches Atomprogramm

Durchbruch bei Verhandlungen über iranisches Atomprogramm

Auswärtiges Amt bestätigt über Twitter

Nach jahrelangen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gibt es einen Durchbruch. Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hätten sich mit dem Iran auf Eckpunkte für eine abschließende Vereinbarung geeinigt, teilte das Auswärtige Amt auf Twitter mit.

Verhandlungen Lausanne
Die fünf UN-Vetomächte, Deutschland und der Iran verhandeln in Lausanne.
dpa, Valentin Flauraud

Die Vetomächte und Deutschland wollen sicherstellen, dass der Iran das Programm nicht zum Bau von Nuklearwaffen nutzen kann. Der Iran behauptete indes, man wolle das Programm in unterschiedlichen Bereichen wie Energie und Medizin nutzen. Ein umfassendes Abkommen ist bis Anfang Juli geplant. Die Verhandlungsparteien hatten seit vergangenen Donnerstag im schweizerischen Lausanne getagt, um eine Einigung zu finden. Eine zunächst gesetzte Frist war in der Nacht auf Mittwoch verstrichen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Vereinbarung als "großen und entscheidenden Schritt nach vorne" gewürdigt. "Mit den vereinbarten Eckpunkten haben wir Hindernisse aus dem Weg geräumt, die einer Einigung ein Jahrzehnt lang im Weg standen."

Kritiker der Annäherung warnen

Die internationale Gemeinschaft will jeden technologischen Weg zu einer iranischen Atombombe versperren. Dazu gehören auch intensive Kontrollen der iranischen Atomanlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA).

Der Iran erhofft sich durch die teil- und schrittweise Aufhebung der Wirtschaftssanktionen einen ökonomischen Aufschwung. So wird die Islamische Republik - vor den Sanktionen eine der großen Ölnationen - künftig wieder deutlich mehr Erdöl exportieren können. Von dem erhofften Boom kann auch die deutsche Wirtschaft profitieren.

Die Einigung markiert nach 35 Jahren Eiszeit zwischen Washington und Teheran auch einen Neubeginn der Beziehungen. US-Präsident Barack Obama hatte sich persönlich vehement für eine Einigung eingesetzt. Zu den Kritikern der Annäherung zählen die konservativen Kräfte im US-Kongress, Israel und auch die Golfstaaten.