"Dunkle Zeit für die Pressefreiheit": RTL-Reporter berichten, was ihnen die Arbeit schwer macht

3. Mai 2018 - 11:33 Uhr

Journalisten haben es in vielen Ländern schwer

Zensur, willkürliche Verhaftungen, Behinderung der Berichterstattung – all das schränkt Reporter und Journalisten in ihrer Arbeit ein. Wer unabhängig berichten will, hat es in vielen Ländern schwer. Der Tag der Pressefreiheit am 3. Mai soll daran erinnern. Doch nicht nur in China, Nordkorea oder Turkmenistan sieht die Lage düster aus. Auch in einigen Teilen Europas wird Journalisten das Leben schwer gemacht. Das mussten auch unsere RTL-Reporter schon am eigenen Leib erfahren.

Antonia Rados berichtet, wie sie in ihrer Arbeit behindert wird

"Es ist tatsächlich eine sehr dunkle Zeit für die Pressefreiheit", meint auch RTL-Chefkorrespondentin Antonia Rados, die viel im Nahen Osten unterwegs ist. Westliche, aber vor allem auch einheimische Journalisten würden gerade in Konfliktregionen, wie Syrien, dem Irak oder Gaza massiv in ihrer Arbeit behindert. Das hat die Reporterin auch schon am eigenen Leib erfahren müssen.

"Der Journalist ist jemand, der sich auch als solcher zu erkennen gibt", erklärt Antonia Rados. Noch vor ein paar Jahren war es üblich, dass Reporter in Autos unterwegs waren, die groß mit der Aufschrift "Presse" gekennzeichnet waren. In der Regel trug man auch kugelsichere Westen mit dieser Aufschrift und konnte in Ruhe seiner Arbeit nachgehen, berichtet sie.

Das habe sich in letzter Zeit aber "dramatisch" verändert. Vor Ort gäbe es immer mehr Gruppen, die Journalisten kritisch gegenüberstehen. Sich offen als Journalist erkennen zu geben, kann lebensgefährlich sein. "Zunehmend wird das gefährlich und wir machen das nicht mehr", erklärt Rados. Wenn sie jetzt in Kriegsregionen unterwegs ist, dann muss sie das meistens anonym tun.

Dirk Emmerich erzählt von seiner Arbeit als Reporter in Syrien

Auch Dirk Emmerich, der als Kriegsreporter schon mehrfach aus Syrien berichtet hat, weiß, wie schwierig es ist, in so einem Land unabhängig zu berichten. "Alleine schon, um als Journalist dahin reisen zu können, muss man ein Visum beantragen", erklärt er. Wenn das Visum dann endlich da ist, kann man aber auch nicht frei drauflos recherchieren.

Journalisten dürfen nämlich maximal sieben Tage am Stück in Syrien bleiben, weiß Dirk Emmerich. Und auch in dieser Zeit bekommt man nicht alles zu sehen. "Wir sind uns bewusst, dass wir nur das zu sehen bekommen, was man uns am Ende zeigen will", erklärt er.