Dummschwätzer unter Beschuss: Polizei ermittelt gegen Klitschko-Bezwinger Tyson Fury

In Tyson Furys Kopf wuchert eine Menge Unkraut.
© Getty Images, Bongarts

08. Dezember 2015 - 21:57 Uhr

Kein Wahnsinn ohne Konsequenzen: Der frisch gekürte Schwergewichts-Weltmeister Tyson Fury könnte für seine verbalen Entgleisungen zur Rechenschaft gezogen werden.

Die britische Polizei ermittelt wegen dessen homophoben Äußerungen gegen den Bezwinger von Wladimir Klitschko. Dies bestätigte eine Sprecherin der Polizei Manchester der Nachrichtenagentur AFP.

Der 27-Jährige hatte in Interviews gesagt, dass Homosexualität im gleichen Maße verboten gehöre wie Pädophilie. Ein TV-Zuschauer hat Fury deswegen angezeigt. Die Polizei nehme diese Angelegenheit "sehr ernst". Nach den Äußerungen hatten tausende Briten auf Furys Ausschluss von der BBC-Sportlerwahl gedrängt.

Der Brite, der am 28. November in Düsseldorf Wladimir Klitschko entthront und die Gürtel der Verbände WBA, WBO, IBF und IBO entrissen hatte, war zuletzt mehrfach wegen diskriminierenden Äußerungen aufgefallen. Für ihn gehörten Frauen "in die Küche oder auf den Rücken", war eine seiner letzten fragwürdigen Einlassungen.

Kann so etwas wie Fury 'Sportler des Jahres' werden? Wohl kaum

Auch die Sportelite seiner Nation, namentlich Formel-1-Champion Lewis Hamilton und Tennis-Star Andy Murray, hatte sich Fury vorgenommen. "Was braucht man denn an Persönlichkeit, um ein Auto hundertmal um einen Kurs zu fahren oder einen Ball hin und her zu schlagen? Nicht wirklich viel, oder?", sagte er in einem Video-Interview, nachdem mehr als 100.000 Landsleute in einer Petition Furys Streichung von der Nominierungsliste zum 'BBC Sportler des Jahres' gefordert hatten, die Hamilton und Murray anführen.

Und überhaupt: Die Unterzeichner der Petition seien "50.000 Wi....r". "Ich weiß zu einer Million Prozent, dass ich mehr Persönlichkeit in der Spitze meines kleinen Fingers habe als sämtliche Nominierten zusammen", polterte der bekennende Gottesfürchtige weiter: "Jeder im Land weiß das. Wenn es nach Persönlichkeit geht, gibt es nur einen Sieger. Und wenn es nach sportlichem Erfolg geht, dann gibt es auch nur einen Sieger."