Er wollte mit einer gefälschten EC-Karte einkaufen

Duisburg: „Max Mustermann“ wegen Betrugs, Raub und Diebstählen vor Gericht

Angeklagter vor Gericht in Duisburg nach Betrugsversuch, Raubüberfall und Diebstahlsversuchen
© RTL

06. April 2020 - 17:57 Uhr

Er brauchte Geld für Drogen

So doof stellen sich nicht viele Kriminelle an: In einer Tankstelle wollte Panagiotis P. 20 Stangen Zigaretten kaufen - mit einer EC-Karte auf den Namen Max Mustermann. Für diesen Betrugsversuch und wegen einer Reihe weiterer Straftaten steht der 27-Jährige ohne festen Wohnsitz seit Montag vor Gericht. Die Taten geschahen im Oktober vergangenen Jahres. Dringend brauchte der Mann Geld für Drogen und versuchte mit einer Serie an Straftaten, so schnell wie möglich an das Geld zu kommen.

Kassiererin wurde misstrauisch

Die Kreditkarte, die der Angeklagte genutzt haben soll
Die Kreditkarte, die der Angeklagte genutzt haben soll
© RTL

Seine auffälligste und wahrscheinlich dümmste Tat soll der junge Mann in einer Tankstelle begangen haben, als er 20 Stangen Zigaretten kaufen wollte. Doch die Kassiererin wurde schnell misstrauisch, sagte sie als Zeugin vor Gericht aus: "Er sagte, er brauche die Zigaretten für einen Urlaub. Ich mache den Job seit 30 Jahren, keiner kauft so eine Menge in einer Tankstelle".

Bezahlen wollte Panagiotis P. mit einer Kreditkarte - die war aber nicht unterschrieben. Als sie die Karte umdreht, liest sie den Namen: "Max Mustermann". Sie bittet den Mann um einen Ausweis, doch der flüchtet mit wüsten Beschimpfungen.

Diebstähle und Raubüberfälle innerhalb von 15 Stunden

Außerdem überfiel er eine Bäckerei mit einem Messer und raubte einem Angestellten 80 Euro aus der Kasse. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm noch sechs weitere Taten vor. In einem anderen Fall versuchte er, mit einer Gabel einen Tresor zu öffnen. Als das nicht gelang, hievte er den Tresor mit einer Lastenkarre raus, wurde dabei aber ertappt und ohne Beute in die Flucht geschlagen. Auch bei seinen Einbruchsversuchen in Wohnhäuser und Firmen wurde er vertrieben. All diese Taten soll Panagiotis P. innerhalb von nur 15 Stunden verübt haben.

Angeklagter hofft auf Entzug

Vor Gericht hat der Angeklagte die Taten zugegeben. Er habe niemanden verletzen wollen, aber dringend Geld für Drogen gebraucht. Ihm droht jetzt eine Haftstrafe, am Donnerstag soll ein Urteil fallen. Um sein Leben in den Griff zu bekommen, hofft Panagiotis P., dass der Richter ihn in eine Entzugsklinik schickt.