Düstere Aussichten bei Ferrari

Teamchef Binotto macht keine Hoffnung auf besseres Auto

Austrian Grand Prix
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06. Juli 2020 - 10:05 Uhr

Ferrari-Renner eine Fehlentwicklung

Die "Rote Gurke" von Sebastian Vettel bleibt auch nach dem "Gurkenstart in Österreich" Fallobst: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto macht keinen Hehl daraus, dass der SF1000 eine Fehlentwicklung ist und es so schnell auch keine wirklichen Verbesserungen geben wird.

Binotto: Haben keinen "Zauberstab"

"Wir geben uns alle Mühe, so bald wie möglich das Auto zu überarbeiten. Aber wir wissen, dass kein Paket ein Zauberstab sein kann, der radikal die Hackordnung zwischen den Teams verändert", sagte der 50-Jährige nach dem turbulenten Saisonauftakt in Österreich. Selbst der 2. Platz von Charles Leclerc konnte die katastrophale Performance der Scuderia auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg nicht übertünchen.

Besonders die Vorstellung in der Qualifikation trieb jeden Fan der Sportwagenschmiede aus Maranello die Tränen in die Augen. Leclerc stellte seinen Boliden nur auf Platz 7, Sebastian Vettel verpasste als Elfter gar den Sprung in Q3. Ferrari nur noch Mittelmaß - geschlagen nicht nur von den Top-Teams, auch McLaren und Racing Point waren schneller.

Video: "Der Flop überhaupt war Vettel"

Im Rennen quälte sich Vettel ("hatte unglaublich Mühe, das Auto auf der Strecke zu halten") auf Platz 10. Unrühmlicher Höhepunkt war ein Dreher in Runde 31, den RTL-Experte Nico Rosberg als "eklatante Fehleinschätzung" bezeichnete: "Das ist unerklärlich und enttäuschend." Leclerc spülte dagegen eine Menge Rennglück noch vor auf das Podium.

Enttäuscht sei das Team vor allem über das fehlende Tempo auf den Geraden, sagte Binotto. Allein sieben Zehntelsekunden pro Runde würden durch die Schwächen des Motors und der Aerodynamik in diesem Bereich auf die Spitze fehlen. Weitere drei Zehntel gingen in den Kurven verloren. Um diesen Rückstand zu verringern, wolle Ferrari "jeden Stein umdrehen", versicherte der Teamchef.

Video: Rosberg macht Vettel rund

Spätestens in zwei Wochen, beim dritten Saisonrennen in Ungarn, soll der SF1000 zumindest generalüberholt an den Start gehen. "Das wird aber nicht die endgültige Lösung sein, es gibt kein Allheilmittel", malte Binotto jedoch schwarz.

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