Düsseldorf: Grundschule verbietet Nikab, Burka und Gesichtsschleier

Die Adolf-Klarenbach-Schule in Düsseldorf hat das Verschleiern des Gesichts verboten.
Die Adolf-Klarenbach-Schule in Düsseldorf hat das Verschleiern des Gesichts verboten.
© dpa, Boris Roessler

23. Oktober 2015 - 11:00 Uhr

"Die Schule sollte ein möglichst neutraler Ort sein"

Eine Düsseldorfer Grundschule hat einem Medienbericht zufolge die Verhüllung des Gesichts auf dem Schulgelände untersagt. Das Verbot schließt das Tragen von Nikab oder Burka ein und tritt mit der neuen Schulordnung in Kraft, wie die 'Rheinische Post' berichtete. Es gelte auch für die Eltern. Einen konkreten Anlass zu diesem Schritt habe es nicht gegeben, sagte Schulleiterin Susanne Hartwig der Zeitung. Es gehe jedoch um eine "offene Kommunikation", damit man wisse, mit wem man es zu tun habe, sagte sie. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, äußerte in der 'Stuttgarter Zeitung' sein Verständnis für das Schleierverbot. Zur Kommunikationskultur in einer offenen Gesellschaft gehöre es, dass man sein Gesicht zeige, sagte er. Auch die Lehrergewerkschaft VBE in Nordrhein-Westfalen begrüßte die Entscheidung der Grundschule. "Die Schule sollte ein möglichst neutraler Ort sein, der Bildung und Erziehung für alle bereithält", sagte VBE-Landesvorsitzende Udo Beckmann. Das Verhüllen des Gesichts sei mit "offener Kommunikation" unvereinbar.

NRW-Schulministerium begrüßt "gemeinsame Regelungen vor Ort"

Eine Sprecherin des Schulministeriums von Nordrhein-Westfalen erklärte auf Anfrage: "Schulen sind Orte des Miteinanders und brauchen die offene Kommunikation. Das Schulministerium hat ein hohes Interesse daran, dass Schulen einvernehmlich gemeinsame Regelungen vor Ort finden, die von der Schulgemeinschaft getragen werden."

Die Ministeriumssprecherin verwies darauf, dass Schulen sich in eigener Verantwortung eine Schulordnung geben. Die Entscheidung darüber treffe die Schulkonferenz, in der auch die Eltern Sitz und Stimme haben. Um einen ungestörten Betrieb zu gewährleisten, könne die Schulordnung auch festlegen, dass Eltern das Schulgelände nicht betreten dürfen. "Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann in Wahrnehmung des Hausrechts einer vollverschleierten Person im Einzelfall das Betreten des Schulgeländes verbieten, wenn sie die Sicherheit und Ordnung auf dem Schulgelände beeinträchtigt."