Düsseldorf: Brand in Flüchtlingsheim von Bewohnern gelegt

14. Juni 2016 - 11:51 Uhr

Brand ging Drohung voraus

Der Großbrand in einer Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft mit rund zehn Millionen Euro Schaden soll von zwei Bewohnern gelegt worden sein. Einer der beiden 26-Jährigen aus Nordafrika sei beobachtet worden, wie er brennbare Flüssigkeit auf eine Matratze geschüttet und angezündet habe, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der andere habe die Tat gegenüber Bewohnern und Journalisten gestanden: "Wir mussten das tun, damit sich etwas ändert", habe er gesagt.

Großbrand in Flüchtlingsunterkunft: Bewohner kommen mit Riesenschrecken davon.
Brand in Flüchtlingsunterkunft: Rauchsäule über Düsseldorf
© dpa, Federico Gambarini

Er gelte als Rädelsführer einer achtköpfigen Gruppe von Unzufriedenen, die schon häufiger in der Halle für Ärger gesorgt habe. Gegen beide Männer wurden wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung am Mittwochabend Haftbefehle erlassen, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Polizei. Die Verdächtigen kamen in Untersuchungshaft. Obwohl in der Halle zur Tatzeit auch Menschen schliefen, wertete die Staatsanwaltschaft die Tat nicht als versuchten Mord.

Die insgesamt acht festgenommenen Männer hätten zunächst falsche Nationalitäten genannt und sich als Syrer oder Iraker ausgegeben. Auslöser sei die Mittagessen-Ausgabe gewesen. Die Muslime, die sich nicht an den Fastenmonat Ramadan halten wollten, hätten sich über das aus ihrer Sicht zu dürftige Mittagessen beschwert. "In diesem Bereich ist das Motiv zu suchen", sagte ein Ermittler. In der Halle habe es bereits vier Ermittlungen wegen Bränden gegeben und vor zwei Wochen eine versuchte Brandstiftung im gleichen Bereich der Flüchtlingsunterkunft.

Dem Großbrand sei eine Drohung vorangegangen: Es werde etwas passieren, wenn sich nichts ändere. Einer der Männer aus der achtköpfigen Gruppe sei bereits als nordafrikanischer Intensivtäter registriert und mit Diebstählen und Drogendelikten aufgefallen. Am Dienstag waren 300 Polizisten im Einsatz, davon 100 Ermittler. Durch den Brand am Dienstag wurde die Unterkunft, in der 282 Männer lebten, komplett zerstört. Der Abriss der 6000 Quadratmeter großen Halle der Düsseldorfer Messe habe bereits begonnen, sagte ein Feuerwehrsprecher.