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"Du Pflaume" - Als der Düsseldorfer Dialekt Allofs rettete

Klaus Allofs
© dpa, Peter Steffen

26. Mai 2020 - 15:21 Uhr

"100% Bundesliga" bringt tolle Geschichte hervor

Klaus Allofs hat nicht nur als Manager vieles erlebt. Auch über seine sehr erfolgreiche Zeit als Spieler gibt es so manche Anekdote zu erzählen. Eine der kuriosesten ist mit Sicherheit die sogenannte "Pflaume", die er im Rahmen seines Auftritts bei "100% Bundesliga" bei Nitro erzählte. Eine lustige, aber gleichzeitig auch enorm wichtige Geschichte für die Karriere des damaligen Stürmers.

Alles begann mit einer Roten Karte

Da heutzutage kaum noch einer von dieser kuriosen Story weiß, helfen wir Ihnen mal auf die Sprünge: Es ist der 26. Mai 1979, an dem Fortuna Düsseldorf im DFB-Pokal Viertelfinale auf Bayer Leverkusen trifft. Zwar gewinnt die Fortuna die Partie mit 2:1, muss zum Ende allerdings einen herben Rückschlag hinnehmen.

Top-Torjäger Klaus Allofs fliegt in der 75. Minute mit Rot vom Platz, nachdem er den Linienrichter verbal attackiert. Nach einem langen Ball auf einen Mitspieler hat Allofs Ballem, dass der Unparteiische auf Abseits entscheidet. Er will diesem Fehler auf seine Art und Weise vorbeugen und schreit: "Lass bloß die Fahne unten, du Pflaume!"

Der Linienrichter empfand die Äußerung als beleidigend und empfahl dem Schiedsrichter, Allofs die Rote Karte zu zeigen - was auch geschah. Doch der richtige amüsante Teil dieser Geschichte kommt erst noch ...

Hans Noack rettet die Torjägerkanone

Ärgerlich für Düsseldorf und vor allem für Klaus Allofs persönlich, der bis zu diesem Spiel auf dem sicheren Weg zum besten Torschützen der Saison war, die Torjägerkanone durch eine Sperre wohl  an Klaus Müller (Schalke 04) verloren hätte.

Doch seinem Verein kam da eine Idee, wie man den Top-Star aus dem Schlamassel ziehen konnte. Ein Düsseldorf-Verantwortlicher erklärte vor dem DFB-Sportgericht, Pflaume sei in Düsseldorf keineswegs eine Beleidigung, sondern eher ein Kosename. "Hans Noack war das", erinnert sich Allofs.

Und Noack sollte mit dieser Begründung tatsächlich zum Retter werden: Allofs wurde nicht gesperrt und durfte weiter auf Torejagd gehen. "Pflaume wird im Rheinland wirklich so verwendet, in meinem Fall war es natürlich ein klares Signal an den Linienrichter. In Frankfurt konnten wir denen das dann tatsächlich glaubhaft machen."

Ende gut, alles gut!

"Es ist nicht gelogen, die Geschichte stimmt wirklich", sagt Allofs bei Nitro begeistert und fügt an: "In meinem Fall war es natürlich ein klares Signal an den Linienrichter, aber eher liebevoll gemeint. Bei der Anhörung in Frankfurt konnten wir das dann wirklich glaubhaft machen, dass es nicht ganz so schlimm war."

Ganz ohne Rüffel ging der Prozess dann aber doch nicht vonstatten: "1000 DM musste ich damals glaube ich bezahlen - aus eigener Tasche wohl gemerkt. Aber ich durfte dann weiterspielen."

Tatsächlich gab es auch sportlich ein Happy End für Klaus Allofs, wie er Moderator Thomas Wagner erzählt: "Es gab dann noch etwa drei Saisonspiele, da habe ich noch zwei Tore geschossen und wurde dann Torschützenkönig."

Nach 1979 gewann der Stürmer die Auszeichnung als bester Torjäger 1985 noch ein zweites Mal.