Dschungelcamp 2014: Winfried Glatzeder wird Streit mit der Frau vermissen

31. Januar 2014 - 0:40 Uhr

Glatzeder vergleicht das Dschungelcamp mit Theaterinszenierungen

Dschungelcamp-Kandidat Winfried Glatzeder macht sich um Kakerlaken und Mehlwürmer keine Sorgen und wird am meisten "den Streit mit der Frau vermissen".

Warum gehen Sie ins Dschungelcamp?

"Eigentlich weiß ich das selber nicht. Vielleicht weil Winter in Deutschland ist? Es ist ähnlich wie bei einer neuen Theaterinszenierung: Es gibt immer zehn Leute, die ich vorher noch nicht kenne und wo dann Konflikte entstehen während der Probenarbeit. Auch im Dschungelcamp gibt es Menschen, die vielleicht ungeduldiger sind, wenn es darum geht mit anderen auszukommen. Und das ist das eigentliche Abenteuer, das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Persönlichkeiten. Außerdem macht es mir Freude, die entsetzten Gesichter meiner Schauspielkollegen zu sehen, die sich fragen, warum ich da mitmache. Das Honorar ist natürlich auch schön. Ich habe gerade in Wien einen Kinofilm abgedreht, bei dem ich gebeten wurde, für wenig Geld zu arbeiten. Ich bin ein Nachkriegskind und kann mit Entbehrungen leben, aber natürlich ist es ein gutes Gefühl, ein kleines Polster zu haben, gerade wenn man Kinder und Enkelkinder hat."

Haben Sie Angst vor den Dschungelprüfungen?

"Ja, sicher. Ich empfinde das gleiche, wie die Frau, die vor dem Fernseher sitzt und sagt: 'Igitt, was isst er denn jetzt da? Das würde ich mich ja nie trauen.' Das ist ja der Schlüssel zum Erfolg dieser Sendung, dass ich mich stellvertretend für Leute überwinden muss und Dinge mache, wo sie sagen: 'Muss der alte Mann das nun auch noch machen?'"

Das heißt, Kakerlaken und Mehlwürmer machen Ihnen keine Sorgen?

"Ich wurde einmal gefragt, was meine Schmerzgrenze wäre. Da habe ich gesagt, ich könnte genauso wie die Menschen, die damals in den Anden mit ihrem Flugzeug abgestürzt sind, handeln. Die haben nach einer gewissen Zeit angefangen das Fleisch der tödlich verunglückten Passagiere zu essen, um zu überleben. Der Mensch lebt zwar in einer zivilisierten Gesellschaft, aber wenn wir in Situationen kommen, von denen wir gedacht haben, dass wir sie nie erleben würden, machen wir Dinge, die wir heute nicht für möglich halten. In so eine Situation werden wir im Dschungelcamp nicht kommen, andeutungsweise aber vielleicht schon."

Die anderen Kandidaten müssen also nicht befürchten, dass Sie sie mal in die Wade beißen?

"Weiß ich nicht. Sie sollten nicht so sicher sein. Wenn ich Hunger kriege… Aber nein, über Weihnachten habe ich mir so viel Speck angefressen, dass ich die Chance wahrnehme, ein wenig von dem Fett von den Rippen zu bekommen. Ich sehe das als sehr gute Entschlackungskur. Vielleicht mache ich vorher schon eine Entwässerungskur."

Dschungelcamp-Kandidat ist "Hypochonder"

Was werden Sie besonders vermissen?

"Das Schöne ist, dass ich vor ein paar Wochen aufgehört habe zu rauchen. Vielleicht nehme ich die fünf Zigaretten am Tag im Dschungel aber trotzdem entgegen, und verschachere sie, wie ein Mafioso. Vielleicht kann ich damit ja handeln, und bekomme etwas anderes dafür. Ansonsten werde ich den Streit mit meiner Frau vermissen, meinen Hund, unsere Hühner und Enten."

Zeigen Sie öffentlich Gefühle?

"Ja, ich bin schon fast unangenehm für die Umwelt, weil sich die Leute genieren, wie viel ich von mir preisgebe."

Könnten die einfachen Verhältnisse im Dschungel für Sie ein Problem werden?

"Nein, gar nicht. Ein Plumpsklo ist auch kein Problem. Ich habe nur gehört, dass Menschen, wenn sie zu lange Bohnen essen, verrückt werden. Wir kriegen ja auch nur Bohnen und Reis, viele leiden dann an Verstopfungen. Ich werde dann irgendwann den Doktor nach einem Einlauf fragen."

Haben Sie eine Strategie um Dschungel-König zu werden?

"Das habe ich mir überlegt, aber eigentlich ist es Quatsch. Ehre brauche ich nicht, ich will kein Vorbild oder stolz auf irgendwas sein. Das heißt, es ist verlockend relativ schnell aus dem Dschungel wieder rauszukommen um in der Sonne zu sitzen und alle anderen müssen leiden. Es ist aber auch spannend zu sehen, wenn einen die Zuschauer gut finden und drin lassen. Mal sehen, wie lange man es aushält. Der Weg ist das Ziel. Ich kann nicht dafür trainieren, sondern nur aus der Erfahrung lernen. Das fällt mir eigentlich schwer. Neuen Situationen bin ich skeptisch gegenüber und im Dschungelcamp habe ich kaum Zeit mich daran zu gewöhnen."

Was wäre das Schlimmste, das passieren könnte?

"Da ich Hypochonder bin: Herzstillstand. Alle Kollegen reiben sich dann die Hände und sagen: 'Der ist gestorben- die Sau.' Und die Kinder reiben sich die Hände, weil sie das Geld kassieren… (lacht)"