Drunter und drüber in Monaco: Lewis Hamilton triumphiert - Red-Bull-Crew lässt Daniel Ricciardo im Stich

Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Monaco gewonnen und im WM-Kampf mit Silberpfeil-Rivale Nico Rosberg mächtig Boden gut gemacht. Der Weltmeister lag nach einer dramatischen – zur Hälfte nassen, zur Hälfte trockenen – Hatz durch die monegassischen Häuserschluchten 7,252 Sekunden vor Polesetter Daniel Ricciardo im Red Bull. Hamilton profitierte dabei von einem völlig verhagelten Boxenstopp der Red-Bull-Crew, die Ricciardo bei dessen zweitem Boxenstopp ohne Reifen in der Garage "sitzen" ließ.

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Lewis Hamilton setzte sich in Monaco mit viel Glück vor Daniel Ricciardo durch.
Getty Images, Bongarts

Sensationeller Dritter wurde Force-India-Pilot Sergio Perez (+13,825 Sekunden), der Sebastian Vettel im Ferrari hinter sich ließ. Rosberg, der von Position 2 ins Rennen gegangen war, landete auf einem enttäuschenden 7. Rang und wurde zu allem Überfluss kurz vor der schwarz-weiß-karierten Flagge von Force-India-Pilot Nico Hülkenberg geschluckt. Vor dem deutschen Duo reihte sich der starke McLaren-Routinier Fernando Alonso ein.

F1-Rookie Pascal Wehrlein hatte bei seinem Debüt in Monte Carlo alle Hände am Lenkrad zu tun und belegte im Manor den 14. Platz. Für Überflieger Max Verstappen folgte in Monte Carlo auf den Rausch der Kater. Der Spanien-Sieger, der schon im Qualifying abgeflogen war, crashte auch im Rennen und schied aus.

Die Höhepunkte des Monaco-GP im Zeitraffer

Start: Weil es zu nass ist, beginnt das Rennen hinter dem Safety Car. Alle Piloten haben – wie vom Reglement vorgeschrieben – Regenreifen aufgezogen. Die ersten sieben Runden gibt das Safety Car den Ton an.

Runde 7: Das Pace Car biegt ab. Daniel Ricciardo verteidigt clever die Spitze und setzt sich sofort von den Silberpfeilen ab. Im Hinterfeld knallt Jolyon Palmer auf Start-Ziel in die Leitplanke und rauscht in Sainte Devote geradeaus in die Pistenbegrenzung.

Runde 11: Kimi Räikkönen kommt in der Loews-Kurve zu weit raus und zerdeppert sich seinen Frontflügel. Der 'Iceman' versucht sich noch in die Box zu retten, muss im Hafen aber aufgeben. Bitter für den bis dato WM-Zweiten.

Runde 14: Vettel kommt als erster der Top-Fahrer in die Box und holt sich Intermediate-Pneus.

Runde 15: Ricciardo fliegt den Mercedes mit einer schnellsten Rennrunde nach der anderen davon. Dahinter hält Rosberg Erzrivale Hamilton sichtbar auf. Der Brite drängelt, mehr aber auch nicht.

Runde 16: Rosberg hat Probleme mit der Bremstemperatur. Auf Anweisung des Kommandostands lässt er Hamilton vor dem Casino ziehen. Der Weltmeister fährt sofort die schnellste Runde und macht sich auf die Jagd nach Ricciardo.

Runde 21: Rosberg kommt zum Reifenwechsel: Intermediates für den WM-Spitzenreiter. Der Stopp dauert allerdings sehr lange. Daniil Kvyat (Toro Rosso) schiebt in der Rascasse Renault-Pilot Kevin Magnussen raus. "Was zum Teufel macht der da?", flucht der Däne über Funk.

Runde 24: Ricciardo holt sich ebenfalls die Intermediates, Hamilton übernimmt die Spitze.

Runde 25-30: Hamilton fährt erstaunlicherweise mit den Regenreifen auf der immer trockener werden Piste weiter. Ricciardo schließt binnen weniger Runden auf. Die Taktik ist klar: Mercedes will den Weltmeister nur noch einmal reinholen und ihn dann auf Slicks zu Ende fahren lassen.

Runde 31: Endlich kommt Hamilton an die Box, er zieht die schnellsten Ultarsoft-Reifen auf, verliert in seiner Out-Lap aber wichtige Sekunden auf Ricciardo, der wieder die Führung übernimmt.

Runde 32: Das gibt es doch nicht! Ricciardo will sich ebenfalls Slicks holen, da steht die Red-Bull-Truppe ohne Reifen da. Der Australier verliert Sekunde um Sekunde, kommt knapp hinter Hamilton wieder raus. Mit einem normalen Stopp hätte der 26-Jährige die Führung locker behauptet.

Runde 35: Verstappen wirft seinen Red Bull kurz vor dem Casino in die Leitplanke. Das Aus für den 18-jährigen F1-Überflieger.

Runde 37: Ausgang des Tunnels setzt Ricciardo, der im Gegensatz zu Hamilton den härteren Supersoft-Reifen fährt, zum Angriff an. Hamilton verbremst sich, kürzt die Schikane ab und macht danach rüde die Tür gegen den Aussie zu. Wild gestikulierend gibt Ricciardo ihm zu verstehen, was er von der Aktion hält.

Runde 50: Einfahrt Rascasse fährt Marcus Ericsson Sauber-Kollege Felipe Nasr über den Haufen.

Runde 55-60: Rosberg hängt als Sechster hinter Alonso im McLaren fest. Vor der Hafenschikane probiert er ein Überholmanöver. Weil auch er die Schikane auslässt, darf der Spanier wieder vorbei.

An der Spitze verwaltet derweil Hamilton auf seinem Ultarsoft-Reifen souverän die Führung. Die Frage ist nur: Halten die weichsten aller Reifen bis zum Ende?

Ziel: Die Antwort: Ja! Hamilton braust als Erster ins Ziel, feiert nach 2008 seinen zweiten Sieg im Fürstentum. Für Rosberg endet ein enttäuschendes Rennen mit dem nächsten Nackenschlag: Auf der Start-Ziel-Geraden kassiert ihn auch noch Hülkenberg im Force India.