Bombendrohungen gegen Rathäuser und Gerichte

Drohschreiben an Behörden und Politiker: LKA fasst möglichen Verdächtigen

Bundesweite Serie mutmaßlich rechtsextremer Drohmails
© dpa, Carsten Rehder, reh fdt pil

05. April 2019 - 12:03 Uhr

Möglicher Täter gefasst

Ist der Mann gefasst, der seit knapp einem Jahr regelmäßig mutmaßlich rechtsextreme Drohschreiben an deutsche Behörden und andere Einrichtungen verschickt? rathäuser und Bahnhöfe waren auf Grund von Drohmails evakuiert und eingehend durchsucht worden. Das LKA aus Schleswig-Holstein hat zusammen mit dem LKA Berlin jetzt einen möglichen Täter ermittelt.

LKA beschlagnahmt Beweismittel

Am Donnerstag durchsuchten Ermittler die Wohnung des Verdächtigen in Schleswig-Holstein. Der Vorwurf: Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Der Mann steht laut Staatsanwaltschaft in Verdacht, zumindest Verfasser einiger in Schleswig-Holstein, Hamburg, Brandenburg und Baden-Württemberg verschickter Droh-Mails zu sein. Bei der Wohnungsdurchsuchung wurden Beweismittel sichergestellt. Ob der Tatverdächtige auch für weitere der insgesamt mehr als 200 Drohschreiben in ganz Deutschland verantwortlich sein könnte, wird weiter untersucht.

Mehrere Rathäuser und der Hauptbahnhof in Lübeck wurden nach Drohschreiben geräumt

Seit knapp einem Jahr wurden in ganz Deutschland immer wieder Drohmails verschickt, die teilweise mit "Nationalsozialistische Offensive", "NSU 2.0" oder "Wehrmacht" unterzeichnet worden seien, berichteten die "Süddeutsche Zeitung" und der "NDR. Darunter waren auch Bombendrohungen. Man geht bislang von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

Mehrere Rathäuser waren nach solchen Drohungen evakuiert worden, unter anderem in Augsburg, Göttingen und Kaiserslautern. Der Hauptbahnhof in Lübeck war Mitte März ebenfalls nach einer solchen Drohung geräumt worden. Außerdem hatten viele Politiker der Partei "Die Linke", Anwälte, Journalisten, den Zentralrat der Juden sowie die Sängerin Helene Fischer Droh-E-Mails bekommen.