Polizei ermittelt

Drohnen-Ärger in der Bundesliga: TSG Hoffenheim ausspioniert

Mit einer Drohne sollte das Training ausspioniert werden (Archivbild)
Mit einer Drohne sollte das Training ausspioniert werden (Archivbild)
© imago/Jan Huebner, imago sportfotodienst

21. Dezember 2018 - 10:40 Uhr

UFO-Alarm im Kraichgau

Was fliegt denn da über den Trainingsplatz? Das werden sich die Verantwortlichen der TSG Hoffenheim am Dienstag gedacht haben. Ein unbekanntes Flugobjekt störte vor dem Bundesliga-Spiel bei Werder Bremen den Trainingsbetrieb im Kraichgau  gesteuert von einem Ligakonkurrenten.

Polizei nimmt Ermittlungen auf

Julian Nagelsmann auf der Trainerbank
Julian Nagelsmann lobte den Einsatz der fremden Scouting-Abteilung sogar
© imago/Nordphoto, nordphoto / Ewert, imago sportfotodienst

Wie der Club mitteilte, schwebte eine fremde Drohne über dem Trainingsplatz. Der Bundesligist reagierte prompt – und schaltete die Polizei ein, die auch schon Ermittlungen eingeleitet hat. Der mutmaßliche Drohenpilot sei zudem von Mitarbeitern der TSG ausfindig gemacht worden.

Bei diesem handelte es sich dabei um einen Scout von Werder Bremen, der Informationen für die Bundesligapartie gegen Hoffenheim sammelte.

Nagelsmann nimmt's sportlich

Nach dem Spiel war das "Drohnen-Gate" noch ein großes Thema. Angeblich handelte der Scout ohne konkreten Drohnen-Auftrag und wurde dann kreativ. "Unser Trainer und auch ich wussten davon nichts", sagte Bremens Sport-Geschäftsführer Frank Baumann und Coach Florian Kohfeldt beschwor: "Wir haben keine Drohnenbilder für die Vorbereitung verwendet."

Und wie reagierte der akribische und emotionale Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann? Der 31-Jährige nahm den Spionage-Angriff gelassen. "Ich nehme das keinem übel. Grundsätzlich ist das als Mitarbeiter lobenswert, sich für seinen Club reinzuhängen und zu versuchen, den anderen Club auszuspionieren. Beim Thema Drohne geht es natürlich immer auch um die Sicherheit der Leute, die darunterstehen. Ich bin dem Analysten nicht böse, wenn er seinen Job macht."

So richtig geholfen hätten die Drohnen-Bilder wohl nicht. Das Spiel in Bremen, das mit einem 1:1 endete, war teils vogelwild. Die Teams änderten mehrmals ihre taktische Grundausrichtung. Nicht nur deswegen sieht auch Hoffenheims Nationalspieler Nico Schulz die Affäre locker: "Ob da einer hinter einem Baum sitzt oder eine Drohne fliegt, ist mir egal. Man schaut uns beim Laufen zu, viel mehr ist es nicht."