Weihnachten und Corona

Driving home for Christmas: Der Corona-Reise-Check

Viele werden in diesem Jahr auf Besuchsfahrten zu Verwandten und Freunden verzichten.
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09. Dezember 2020 - 15:05 Uhr

Welches Verkehrsmittel ist die beste Wahl?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn appelliert an die Bundesbürger, auf Reisen zu Weihnachten zu verzichten. Wer sich trotzdem dazu entschließt, durch Deutschland zur Familie zu fahren, fragt sich möglicherweise: Welches Verkehrsmittel sollte ich wählen? Werde ich im Stau stehen, bekomme ich noch einen Mietwagen und wie sicher sind Bus, Bahn und Flugzeug im Hinblick auf Corona? Wir verschaffen einen Überblick.

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Experten rechnen mit weniger Reiseverkehr

Das Auto ist im Moment wahrscheinlich die sicherste Art zu reisen – zumindest, was die Gefahr betrifft, sich mit dem Corona-Virus anzustecken. Niemand kann sich ungefragt neben einen quetschen, anhusten oder anniesen. Doch ist eine Entscheidung fürs Auto gleichzeitig eine Entscheidung dafür, vor Weihnachten stundenlang im Stau zu stehen?

Experten des ADAC vermuten, dass insgesamt mit weniger Reiseverkehr als in den letzten Jahren zu rechnen sei: "Viele werden in diesem Jahr auf Besuchsfahrten zu Verwandten und Freunden verzichten, die klassischen Urlaubs-Winterreisen werden in diesem Jahr nicht stattfinden und zudem wird sich die Lage auf den Straßen durch den vorgezogenen Ferienbeginn in zahlreichen Bundesländern voraussichtlich etwas entzerren. Der stärkste Reiseverkehr auf den deutschen Autobahnen ist am 23. und 26. Dezember zu erwarten."

Wer einen Mietwagen buchen möchte, sollte sich ranhalten

Klingt ja erstmal nicht schlecht. Aber was tun, wenn man kein eigenes Auto besitzt? Ein Mietwagen wäre eine Alternative. Doch wer einen solchen benötigt, der sollte sich jetzt ranhalten. Denn laut der Mietwagenplattform "billiger-mietwagen.de" werden aufgrund von Corona-Sparmaßnahmen dieses Jahr deutlich weniger Fahrzeuge angeboten. Zudem steigen die Mietpreise kurz vor Weihnachten in der Regel an.

Frieder Bechtel, Pressesprecher der Mietwagenplattform, sagt für dieses Jahr sogar einen noch stärkeren Preisanstieg in der Vorweihnachtszeit voraus: "Aufgrund der Pandemie haben die Anbieter ihre Flotten um bis zu 50 Prozent reduziert. Gleichzeitig meiden die Menschen den öffentlichen Verkehr. Besonders zur Weihnachtszeit erwarten wir daher einen erhöhten Bedarf an den Mietwagen, der auf ein verringertes Angebot trifft. Das wird die Preise noch weiter in die Höhe treiben".

Die verschiedenen Mietwagenanbieter werben allerdings mit besonders gründlichen Hygienekonzepten für ihre Fahrzeuge und in ihren Filialen.

Die Bahn setzt 100 Sonderzüge ein

Aber welche Möglichkeiten haben Reisende, die keine Lust haben, stundenlang selbst hinterm Steuer zu sitzen? Sie könnten mit der Bahn fahren. Zu Weihnachten sollen zwischen dem 18. und dem 27. Dezember sogar rund einhundert Sonderzüge der Deutschen Bahn eingesetzt werden, damit Passagiere genug Platz und damit die Möglichkeit haben, Abstand zu halten.

Zudem können nur noch 60 Prozent der Sitzplätze reserviert werden. In der Regel sind nur noch Fensterplätze buchbar. Die Gangplätze werden im Reservierungssystem geblockt. Bei Sitzgruppen mit Tisch können nur noch die diagonal gegenüberliegenden Sitzplätze reserviert werden. So will die Bahn die Wahrscheinlichkeit möglichst gering halten, dass Reisende direkt nebeneinander sitzen.

Es besteht allerdings keine Reservierungspflicht! Es könnte also sein, dass sich jemand auf einen freien Platz direkt neben einen reservierten Platz setzt - dann wäre der Mindestabstand hin.

In einigen Fernverkehrszügen sollen aber zumindest Sicherheitsteams an Bord eingesetzt werden, die auf die Maskenpflicht hinweisen.

Fernbusse rollen zu Weihnachten wieder durch Deutschland

Neben Autos und Zügen rollen nun auch wieder Fernbusse durchs Land: Nachdem "Flixbus" sein Angebot am 3. November aufgrund des Lockdown light vorübergehend eingestellt hat, bietet das Unternehmen ab dem 17. Dezember pünktlich zu den Feiertagen wieder Verbindungen in ganz Deutschland an.

Auch hier gilt die Maskenpflicht. Es heißt außerdem auf der Internetseite des Fernbusanbieters, dass die Fahrzeuge regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Dank einer modernen Belüftungstechnik soll es wohl auch genügend Frischluft geben.

Ansteckungsgefahr beim Fliegen geringer als beim Restaurantbesuch

Frischluft gibt's laut den Fluggesellschaften auch im Flieger. Maschinen der "Lufthansa Group Airlines" zum Beispiel seien dafür extra mit Filtern ausgestattet, die die Kabinenluft von Staub, Bakterien und Viren reinigen.

Laut einer Harvard-Studie soll die Ansteckungsgefahr beim Fliegen geringer als beim Einkaufen sein. Zumindest, wenn sich alle Reisenden an Maßnahmen wie zum Beispiel die Maskenpflicht halten.

Wem das nicht genügt, der kann bei "Eurowings" für 18 Euro Preisaufschlag den Nachbarsitz direkt mitbuchen. Dann bleibt dieser garantiert frei. Bei "Lufthansa" ist dies für 35 Euro auf Kontinentalstrecken möglich.

Risiko einer Ansteckung bleibt immer

Aber egal ob Bus, Bahn, Flugzeug oder Auto, mit dem man auf überfüllten Raststätten anhalten muss – das Risiko einer Ansteckung bleibt immer. Deswegen gilt: Händewaschen, Maske tragen und wenn möglich, Abstand halten.

Oder man verzichtet in diesem Jahr vielleicht doch auf die Reise zu den Verwandten.