Dritter Mers-Toter in Südkorea

Arbeiter mit Schutzmasken desinfizieren ein Flugzeug, um Passagiere vor dem Coronavirus Mers zu schützen.
© REUTERS, YONHAP

04. Juni 2015 - 20:45 Uhr

Insgesamt 36 Mers-Fälle in Südkorea

In Südkorea ist ein dritter Patient an Mers gestorben. Es handle sich um einen 82 Jahre alten Mann, der ein Krankenzimmer mit Mers-Infizierten geteilt hatte, teilte das Gesundheitsministerium mit. Der Mann starb demnach Mittwochnacht, ursprünglich wurde er wegen Asthma und Lungenentzündung behandelt.

Mit dem Todesfall stieg die Zahl der bestätigten Mers-Fälle in Südkorea auf 36. Erster Mers-Patient in Südkorea war ein 68-Jähriger, der von einer Nahost-Reise zurückgekehrt war. Alle Folgeinfektionen bei Klinikpersonal, Patienten und Angehörigen gehen auf ihn zurück. Am Dienstag hatten die Behörden die ersten beiden Mers-Todesfälle im Land gemeldet. Es handelte sich um eine 58-Jährige und einen 71-Jährigten, die beide Vorerkrankungen hatten. Auch in China wird ein Mers-Infizierter behandelt: der Sohn eines südkoreanischen Patienten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt auf ihrer Website davor, dass weitere Neuerkrankungen in Südkorea zu erwarten seien. Die WHO arbeite eng mit Behörden in Südkorea und China zusammen, um den Ausbruch zu kontrollieren, hieß es. Die Koreanische Tourismusorganisation richtete eine Reise-Hotline ein. Die Zahl der Stornierungen von Reisen nach Südkorea stieg demnach auf über 7.000, die meisten seien von Menschen in China und anderen asiatischen Ländern gekommen.

Typische Mers-Symptome sind Fieber, Lungenentzündung und Nierenversagen. Das Virus wurde erstmals 2012 in Saudi-Arabien nachgewiesen, wird jedoch nach bisheriger Erkenntnis seit vielen Jahren unerkannt von Kamelen auf Menschen übertragen. Es gehört zu den Coronaviren, zu denen viele Erkältungsviren und auch der Sars-Erreger zählen. Bis zum 3. Juni gab es nach den Zahlen der WHO weltweit 1.179 bestätigte Mers-Fälle, darunter mindestens 442 Todesopfer.