Dritter entlaufener Luchs nach Orkan zurück im Harzer Gehege

Ein Luchs liegt in einem Luchsgehege. Foto: Holger Hollemann/dpa
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25. Februar 2020 - 15:11 Uhr

Mit dem Luchs Paul ist auch das dritte der während des Orkantiefs "Sabine" entlaufenen Tiere aus dem Kreis Goslar zurück. Die Rückkehr in das Gehege an den Rabenklippen bei Bad Harzburg sei dramatisch verlaufen, weil das Tier wohl in einen Unfall mit einem Auto verwickelt gewesen sei, teilte der Nationalpark Harz am Dienstag mit. Das Team um den Luchsprojektleiter Ole Anders hatte demnach am Montag die Meldung eines Autofahrers erhalten, der eine Kollision mit einem Luchs schilderte.

Rund 50 Meter entfernt vom Unfallort sei der Luchs schließlich entdeckt und mit einem Narkosegewehr betäubt worden. "Das Tier hat sich mehrfach von uns entfernt. Für mich ein gutes Zeichen, die Verletzungen schienen zum Glück nicht allzu schlimm zu sein", sagte Ole Anders. Dass es sich um den gesuchten Paul handelt, sei mit einem Chip-Lesegerät ermittelt worden. Ein Tierarzt habe fünf gebrochene Rippen, mehrere Prellungen und ein blutunterlaufenes Auge festgestellt. Lebensgefahr bestand dem Bericht zufolge nicht.

Während des Orkans "Sabine" waren Bäume auf das Luchs-Gehege gestürzt. Dabei wurde der Zaun zerstört und ein Tier erschlagen. Die Luchsdame Pamina blieb im Gehege, die Luchse Alice, Ellen und Paul flohen in den Bergwald. Die beiden Weibchen Ellen und Alice waren kurz drauf wohlauf gefunden worden. Das Luchs-Gehege wurde im Zuge des Wiederansiedlungsprogramms für Luchse im Harz eingerichtet, damit Besucher die Raubkatzen mit den Pinselohren aus der Nähe erleben können.

Quelle: DPA