Dreyer zu Corona-Regeln: "Eher Ferienhaus als Ballermann"

Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, steht im Bundestag. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild
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18. Juni 2020 - 19:00 Uhr

"Urlaub 2020 wird nicht sein wie in anderen Jahren", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer vor kurzem - jetzt legte sie nach. Wegen der Corona-Krise sei in diesem Jahr "eher das Ferienhaus angesagt als der Ballermann", meinte die SPD-Politikerin wohl im Hinblick auf die Menschenmengen in der Vergangenheit in Spanien. Unterdessen sorgte die Pandemie für weniger Verkehrsunfälle auf den Straßen in Rheinland-Pfalz. Die Tagesthemen im Überblick:

ALLTAG - Abstand, Alltagsmasken und Kontaktbeschränkungen werden nach Einschätzung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer weiter den Alltag in Rheinland-Pfalz bestimmen. Dies seien "die einzigen Mittel, die wir im Moment in der Hand haben, um die Pandemie immer unter Kontrolle zu haben", sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag in Mainz. Es sei klar, "dass bis Ende Oktober das Thema Großveranstaltungen einfach tabu ist", meinte Dreyer - weil diese mit einem Mindestabstand von eineinhalb Metern und Kontaktbeschränkungen kaum in Einklang zu bringen seien. Mit Blick auf die Urlaubsgestaltung sagte die Ministerpräsidentin: "Es ist in diesem Jahr eher das Ferienhaus angesagt als der Ballermann."

UNFÄLLE - Deutlich weniger Verkehrsunfälle und Opfer als in den vergangenen Jahren hat es auch im April in Rheinland-Pfalz gegeben. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems am Donnerstag mitteilte, nahm die Polizei fast 27 Prozent weniger Unfälle auf als im April-Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Mit 8283 Unfällen sei die Zahl in diesem Monat so niedrig wie seit 2010 nicht, sagte ein Sprecher. Bereits im März 2020 waren gut ein Viertel weniger Unfälle als im Vorjahresmonat gemeldet worden. Den massiven Rückgang führen Statistiker auf die Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise zurück.

NEUE ZAHLEN - Die Zahl der bestätigten Fälle von Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz ist am Donnerstag um 17 auf 6875 gestiegen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl der Todesfälle von Infizierten stieg um einen auf 234 (Stand 10.00 Uhr). Aktuell sind 162 Menschen im Bundesland mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

SCHULE - Nach den Sommerferien in Rheinland-Pfalz soll Mitte August der Regelbetrieb wieder beginnen - dazu gehört die Berufsberatung. In Zeiten von Corona beschäftige es Schülerinnen und Schüler vielleicht noch mehr als sonst, ob sie nach der Schule eine Ausbildung, ein Studium, ein freiwilliges Jahr oder erst einmal etwas ganz Anderes beginnen wollten, erklärte das Bildungsministerium am Donnerstag. Das Ministerium und die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit hätten daher entschieden, dass Beratungsgespräche der Berufsberater wieder in den Schulen stattfinden könnten, unter Einhaltung der Hygienebestimmungen.

BERATUNG - Mit kostenlosen psychotherapeutischen Beratungsgesprächen und Tipps zum Umgang mit den hohen Belastungen des Berufs unterstützen die Landepflegekammer und die Landespsychotherapeutenkammer gemeinsam die rund 43.000 Pflegekräfte in Rheinland-Pfalz. Schon vor der "Corona-Katastrophe" hätten in einer Online-Befragung rund 78 Prozent der Pflegekräfte ihren Beruf als sehr stark belastend empfunden und 72 Prozent über einen Ausstieg nachgedacht, sagte der Präsident der Landespflegekammer, Markus Mai, am Donnerstag in Mainz. Seither sei die Belastung deutlich gestiegen.

EXPERTISE - Für die Vorbereitung des neuen Schuljahrs unter Corona-Bedingungen holen die Bildungsminister der 16 Bundesländer wissenschaftlichen Rat ein. Die Kultusministerkonferenz (KMK) habe zu ihrer Sitzung am Donnerstag Bildungswissenschaftler eingeladen, "um deren Expertise zur Planung und Gestaltung des Schuljahrs 2020/2021 einzuholen", sagte die KMK-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Die KMK habe bereits beschlossen, "dass wir überall so schnell wie möglich zum schulischen Regelbetrieb zurückkehren wollen", sagte Hubig. In Rheinland-Pfalz werde dies nach den Sommerferien Mitte August sein.

BESUCH - Die österreichische Fotografin "Mamarazza" Marianne Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn hat coronabedingt erst ein halbes Jahr nach ihrem 100. Geburtstag ihr Geschenk in Deutschland besucht. "Kinder, ich kann es gar nicht glauben, jetzt habe ich wirklich ein eigenes Museum", sagte sie im neugotischen Schloss in Bendorf-Sayn bei Koblenz, wie ihre Schwiegertochter Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn mitteilte. Das vor wenigen Wochen eröffnete "Neue Museum" widmet sich neben der Familiengeschichte der Fotografie von "Mamarazza".

Quelle: DPA