1.500 Schüler und Lehrer auf Corona-Antikörper getestet

Studie aus Dresden: Keine Hinweise, dass Kinder Virus besonders schnell verbreiten

Coronavirus - Präsenzunterricht in Baden-Württemberg
© dpa, Philipp von Ditfurth, pvd lop bwe

14. Juli 2020 - 8:57 Uhr

Wenige Schüler und Lehrer mit Antikörpern

Eine Studie der Uniklinik Dresden in Sachsen hat bei 2000 Schülern und Lehrern nur wenige Personen mit Antikörpern gefunden. Die ersten Ergebnisse der Studie zeigten keine Hinweise, dass Kinder oder Jugendliche das Virus besonders schnell verbreiteten. Der Studienleiter geht sogar noch weiter: "Kinder sind vielleicht sogar Bremsklötze bei der Infektion", sagte Professor Reinhard Berner von der Uniklinik Dresden am Montag. In der Untersuchung bei rund 1500 Schülern und 500 Lehrern an weiterführenden Schulen habe man nur bei zwölf Antikörper festgestellt, so Berner. Dabei sei auch an Schulen mit Corona-Ausbrüchen zwischen Mai und Juli getestet worden.

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Sachsen will Schulen nach den Sommerferien wieder normal öffnen

Die Studie sollte auch dem Kultusministerium Hinweise geben, ob eine generelle Öffnung der Schulen nach den Sommerferien möglich ist. "Wir planen ganz klar mit dem Regelbetrieb", sagte Landeskultusminister Christian Piwarz. Wo immer möglich, müsse der Mindestabstand gewahrt und müssten auch Masken getragen werden. Dies würde aber nicht generell vorgeschrieben, da dies im Vollbetrieb nicht möglich sei.

"Wir gehen in die Sommerferien 2020 mit einem Immunitätsstatus, der sich nicht von dem im März 2020 unterscheidet", erklärte Studienleiter Berner. Eine stille, symptomfreie Infektion habe den Daten nach noch seltener stattgefunden als zuvor vermutet.

Diskussion um Schulschließungen

Die Schulschließungen in Deutschland waren heftig umstritten. Einerseits war befürchtet worden, dass Kinder das Virus schnell bei ihren Mitschülern und in ihren Familien verbreiten könnten. Andererseits gelten die sozialen Folgen der Schließungen als bedenklich. Derzeit läuft die Debatte, welche Länder nach den Sommerferien wieder zum regulären Schulbetrieb übergehen.

Menschen mit mildem Krankheitsverlauf weniger ansteckend?

Professor Berner von der Uniklinik Dresden sagte, die Zwischenergebnisse der Studie gäben wichtige Hinweise auch für andere Bundesländer. Man könne daraus ableiten, dass es in einer Region mit geringen Infektionszahlen keine explosionsartige Ausbreitung in Schulen gebe. Berner vermutete, dass Kinder und Jugendliche beim Husten weniger Tröpfchen ausstießen. Zudem seien Menschen mit mildem Krankheitsverlauf offenbar weniger ansteckend. Dies ist bei Kindern häufig der Fall.

Quelle: Reuters/RTL.de

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