Dresdner Albertinum bekommt bedeutende Leihgabe aus den USA

Der Schriftzug "Albertinum" über einem Torbogen. Foto: Arno Burgi/dpa/Archivbild
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05. Februar 2020 - 19:40 Uhr

Mit dem Porträt "Adele im Hamsterpelz" bekommt das Dresdner Albertinum ein Gemälde von Oskar Zwintscher (1870-1916) aus den USA. Im Zuge eines Forschungsprojekts zu dem Künstler konnte dessen Besitzer, Sammler und "Symbolismus-Connaisseur" Jack Daulton für eine längerfristige großzügige Leihgabe gewonnen werden, wie die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) am Mittwoch mitteilten. Damit kehrt das Bild von 1914 an seinen Entstehungsort zurück. "Es ist einer der letzten vollendeten, die er von seiner Frau gemalt hat", sagte Projektleiter Andreas Dehmer. Ab Samstag trifft es im Klingersaal auf weitere Glanzlichter des Fin de Siècle, darunter Hauptwerke von Ferdinand Hodler, Gustav Klimt, Sascha Schneider und Max Klinger.

"Adele im Hamsterpelz" wurde bald nach der Entstehung von einem unbekannten Sammler im heutigen Wuppertal erworben und galt lange als verschollen. Dehmer forscht noch dazu. 2018 ersteigerte Daulton das in Brauntönen gehaltene Gemälde, laut SKD zwischen den zahllosen Damen "in Weiß" oder "in Schwarz" aus der Zeit um 1900 "ein Meisterwerk malerischer Finesse". In seiner melancholischen Grundstimmung sei es auch Zeitdokument einer zugrundegehenden Epoche.

Mit Unterstützung der Friede Springer Stiftung und in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden untersucht das Albertinum seit Jahresanfang seinen 15 Arbeiten umfassenden Bestand und an Werken des Malers hinsichtlich einer etwaigen Sonderstellung des Künstlers sowie seine Einbindung ins künstlerisch-kulturelle Umfeld um 1900. Zum Jahresende 2021 ist eine Ausstellung dazu geplant. Weitere 15 Arbeiten befinden sich in der Städtischen Galerie, sagte Dehmer. "Dresden hat einen Großteil der heute bekannten erhaltenen Werke, der Bestand ist international einmalig."

Quelle: DPA