Mitarbeiter soll nicht mehr für die Dresdener Verkehrsbetriebe fahren

„Deutscher Fahrer“-Zettel im Bus: Das sagt der Chef des Fahrers

Matthias Peschke ist Chef des Busfahrers, der den Zettel im Dresdner Bus angebracht hat.
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20. Dezember 2019 - 10:47 Uhr

Dresden: Skandal um Zettel im Busfenster

Ein Zettel in einem Bus der Dresdener Verkehrsbetriebe sorgte in den letzten Tagen für Aufregung. Peter D. hatte ein Foto davon gemacht und es bei Twitter veröffentlicht. "Diesen Bus steuert ein deutscher Fahrer", war auf dem Blatt Papier zu lesen, das der Fahrer offenbar ins Fenster neben die Bustür geklebt hatte. RTL-Reporter Luke Röscher hat mit dem Chef des Subunternehmens "Satra Eberhardt" gesprochen, über das der Fahrer beschäftigt ist.

„Auf frischer Tat ertappt“

16.12.2019, Sachsen, Dresden: Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) haben energisch auf die politische Provokation eines Busfahrers in einem ihrer Linienbusse reagiert. Der Angestellte des Subunternehmens Sachsentrans hatte am Montag an einer Seitensch
Politische Provokation: DVB schließen Busfahrer aus
© dpa, Tino Plunert

"Die Qualitätsprüfer haben den Fahrer auf frischer Tat ertappt und den Zettel gesehen. Sie sind dafür zuständig, die Fahrweise und Freundlichkeit der Fahrer zu prüfen", erklärte Matthias Peschke im Interview. Warum der Fahrer seine Fahrt danach trotzdem noch abschließen durfte, weiß Peschke nicht. Er selbst sei dann nachts noch auf den Parkplatz gefahren, wo die Busse abgestellt werden, um den Zettel zu suchen, habe ihn aber nicht gefunden, so der Chef des Subunternehmens.

Was der Fahrer mit der Botschaft im Fenster bezwecken wollte, kann Peschke nicht sagen: "Der Fahrer hat mir keine Antwort auf die Frage gegeben, warum er das getan hat." Dass der Fahrer den Zettel nur angebracht habe, um darauf hinzuweisen, dass er Deutsch spricht, konnte der Chef nicht bestätigen. Auch die Behauptung, dass der Busfahrer mit dem Zettel gegen die Einstellung von ausländischen Mitarbeitern protestiert haben soll, habe Peschke weder von Mitarbeitern noch vom Fahrer selbst gehört.

Dresdener Busfahrer wurde beurlaubt

Er findet, dass sein Unternehmen keine Plattform für politische Diskussionen sein dürfe. Weltoffenheit sei ihm wichtig. "Satra Eberhardt" habe schließlich Reisen rund um die Welt im Programm.

Der Fahrer ist nach Angaben von Peschke für den Rest des Jahres beurlaubt. Im neuen Jahr soll er dann aber wieder arbeiten kommen. Er soll offenbar nicht entlassen werden, aber auch nicht mehr für Linienbusfahrten der DVB eingesetzt werden. Die Firma will ihn weiter für Fernfahrten einsetzen. Ein Kollege des Fahrers sagte dem RTL-Reporter auf Nachfrage allerdings, dass der Busfahrer schon am Montag wieder arbeiten kommen soll.