Dresden: Mutmaßlicher Moschee-Bomber in Haft

12. Dezember 2016 - 10:14 Uhr

Er trat bei Pegida als Redner auf

Nach den Sprengstoffanschlägen gegen eine Moschee und das Kongresszentrum in Dresden hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Die Ermittler nahmen einen 30 Jahre alten Mann aus Dresden fest. Bei Durchsuchungen seien diverse Gegenstände gesichert worden, die mutmaßlich zur Herstellung von Spreng- und Brandvorrichtungen genutzt werden könnten, hieß es aus Ermittlerkreisen.

"Im Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung stimmen die an verschiedenen Tatmitteln gesicherten DNA-Spuren mit der DNA des Beschuldigten überein." Ein Haftrichter erließ Haftbefehl. Der Mann kam in die Justizvollzugsanstalt Dresden. Wie das Operative Abwehrzentrum (OAZ) bestätigte, trat der 30-Jährige als Redner beim fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bündnis in Dresden auf. Im Internet ist ein Video zu finden, das den Tatverdächtigen zeigen soll. Während einer Rede im Sommer 2015 verlas er bei einer Pegida-Kundgebung einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und äußerte sich dabei auch abfällig über Ausländer.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft erfolgte die Festnahme des Mannes auf einer Baustelle in Hessen, wo er auf Montage tätig war. Hinweise auf Komplizen gebe es bisher nicht. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden muss sich der 30-Jährige, der allein in Dresden lebt, wegen der Anschläge auf die Fatih-Moschee und das Kongresszentrum am 26. September in der Stadt verantworten. Bei den Angriffen entstand Sachschaden, Menschen wurden nicht verletzt. Die Sprengsätze waren kurz hintereinander explodiert. Zudem steht der 30-jährige Beschuldigte im Verdacht, drei Tage später eine aus Gläsern und Drähten bestehende Bombenattrappe an der Dresdner Marienbrücke platziert zu haben.

Die Anschläge wenige Tage vor den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden hatten bundesweit Entsetzen ausgelöst. Im Kongresszentrum war ein Empfang von Bundespräsident Joachim Gauck geplant, der auch nach dem Anschlag wie vorgesehen stattfand.