Dresden: Bundesweit erste Professur für Gummi-Werkstoffe

03. Februar 2020 - 15:07 Uhr

Die Technische Universität Dresden (TU) und das Leibniz-Institut für Polymerforschung "geben Gummi". Erstmals an einer deutschen Universität wurde in Dresden eine Professur für elastomere Werkstoffe eingerichtet, wie die TU am Montag mitteilte. Die Berufung erhielt der 43 Jahre alte Sven Wießner. Elastomere sind unter dem Namen Gummi bekannt. Ein Ziel der Arbeit Wießners bestehe darin, den Abrieb bei diesem Werkstoff zu minimieren.

"Der Ausstoß von Mikroplastik in unsere Umwelt ist dramatisch. Mit meiner Forschung möchte ich die Emissionen, die durch Autoreifen entstehen, eindämmen. Dafür muss der Werkstoff stabiler werden", erklärte Wießner. Auch die Entwicklung "intelligenter Reifengummis", die ihren erforderlichen Austausch selbst mitteilen, sei ein Lösungsansatz.

Laut Universität entstehen jedes Jahr europaweit rund 500.000 Tonnen Reifenabrieb, davon etwa 110.000 Tonnen in Deutschland. Das mache knapp die Hälfte der einheimischen Mikroplastik-Emissionen aus.

Ein anderer Forschungsschwerpunkt sind neuartige Gummiwerkstoffe, sogenannte Smart Rubbers, hieß es. Dabei geht es beispielsweise um ein Garn aus Gummi, das in textile Strukturen integriert werden kann. "Damit wollen wir eine neue Generation von Robotik-Anwendungen und Orthesen ermöglichen, die leichter, verträglicher und sicherer sind und zudem ganz individuell angepasst werden können", betonte Wießner.

Quelle: DPA