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Dreitägige Feuerpause im Gaza-Krieg – hält die Waffenruhe diesmal?

Dreitägige Feuerpause im Gaza-Krieg – hält die Waffenruhe diesmal?

Israel will Bodentruppen komplett abziehen

Kleiner Funken Hoffnung für die krisengeplagten Menschen im Gazastreifen: Eine von Ägypten vermittelte dreitägige Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinensern hat begonnen. Israel und eine Palästinenserdelegation, die sich zu Gesprächen in Kairo aufhielt, hatten der Waffenruhe zugestimmt. Hochrangige Delegationen beider Seiten sollen nun in Kairo über eine langfristige Waffenruhe beraten. Eine einseitige siebenstündige Feuerpause, die Israel am Montag erklärt hatte, erwies sich als brüchig.

Dreitägige Feuerpause im Gaza-Krieg – hält die Waffenruhe diesmal?
Israel hat angekündigt, während der Waffenruhe seine Bodentruppen komplett aus dem Palästinensergebiet abzuziehen.
REUTERS, BAZ RATNER

Das israelische Militär will während dieser Zeit seine Bodentruppen komplett aus dem Gazastreifen abziehen. "Die israelischen Verteidigungskräfte werden sich auf Posten außerhalb des Gazastreifens zurückziehen und auf diesen Verteidigungsposten bleiben", sagte Armeesprecher Peter Lerner. Die israelische Armee habe während des einmonatigen Gaza-Kriegs 32 Tunnel der Hamas im Grenzgebiet zu Israel zerstört. "Wir haben diese Bedrohung ausgeräumt", so Lerner. Die radikal-islamische Organisation hatte nach seinen Informationen 100 Millionen Dollar in diese Tunnel investiert.

Insgesamt habe die Armee seit dem 8. Juli 4.800 Ziele in dem Palästinensergebiet angegriffen, sagte Lerner weiter. Bei Kämpfen und Luftangriffen seien rund 900 militante Palästinenser getötet worden. Im bisher verlustreichsten und am längsten andauernden Gaza-Krieg wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bislang 1.838 Palästinenser getötet und rund 9.500 verletzt, rund zwei Drittel davon Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten.

Vor der Einigung von Kairo war in Israel ein Anschlag mit einem Baufahrzeug verübt worden. Ein palästinensischer Attentäter rammte in Jerusalem mit seinem Bagger einen städtischen Autobus. Dabei wurde ein Passant getötet, sechs Businsassen erlitten Verletzungen. Der Attentäter wurde von der Polizei erschossen. Die Hamas lobte die Aktion: "Das war eine Heldentat, eine Reaktion auf die Massaker, die Israel in Gaza verrichtet", so Sprecher Muscheer al Masri.

Ungeachtet der Waffenruhe wächst daher in Israel die Angst vor weiteren Anschlägen und dem Beginn einer dritten Intifada, berichtet RTL-Reporter Oliver Beckmeier.