Dreijähriger wird von Zug getötet - seine Organe retten drei Menschenleben

19. Oktober 2016 - 16:09 Uhr

"Ich liebe dich, Mami", sagte Ethan noch. Es sollten seine letzten Worte sein

Vor fast genau fünf Jahren änderte sich das Leben von Michelle und Jon Seccull schlagartig: Ihr kleiner Sohn Ethan wurde beim Spielen von einem Zug erfasst, die Ärzte konnten nichts mehr für den Dreijährigen tun. Die Organe des Kindes jedoch leben weiter.

Michelle aus Ballarat (Australien) erinnert sich noch genau an diesen einen Moment Ende September, den letzten Moment, den sie mit ihrem kleinen Sohn verbringen durfte. Ethan hatte für sie blaue Schwertlilien und gelbe Tulpen gepflückt und gesagt: "Mama, ich habe ein paar Blumen für dich, die sind so schön wie du." Dann rief der Dreijährige noch: "Ich liebe dich, Mami." Es sollten seine letzten Worte sein.

Ethan hatte laut 'DailyMail' draußen im Garten mit seinen Geschwistern und Freundin Amy gespielt, und war schließlich mit Amy über das Gartentor geklettert, um den vorbeidonnernden Zügen zu winken. In der Küche hörte Michelle Seccull das unheilvolle Dröhnen der Zughupe. Einmal, zweimal. Dann rannte sie los. Sie entdeckte Amy, die schrie. Ihr Sohn Ethan lag reglos am Boden, er war vom Zug erfasst und gegen einen Zaun geschleudert worden.

Ein Helikopter brachte den Jungen ins Krankenhaus nach Melbourne, wo die Ärzte alles versuchten, um ihn zu retten. Doch der Hirndruck war zu hoch, Ethan war nicht mehr zu helfen. Seine Eltern beschlossen damals, seine Organe zur Spende freizugeben - eine Entscheidung, die drei Menschen das Leben rettete. 'Jimmys' Herz schlägt nun in einer fremden Brust, seine beiden Nieren arbeiten in anderen Körpern weiter.

"Vor fünf Jahren hat sich unser Leben für immer geändert", schrieben die Eltern jetzt in Erinnerung an ihr verstorbenes Kind bei Facebook und posteten dazu ein Bild von Ethan und Fotos gelber Tulpen, die er so sehr liebte. "Der Schmerz ist noch immer da, er wird nie ganz verschwinden. Das Leben ist so unberechenbar."

Michelle und Jon Seccull gründeten nach dem Tod ihres Kindes die 'Ethan 'Jimmy' Seccull Stiftung', die in Ethans Namen für Organspende bei Kindern wirbt. Ein Thema, das Michelle Seccull zufolge in Australien ein Tabuthema sei.