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Dreijähriger Alessio totgeprügelt: Sechs Jahre Haft für Stiefvater

Dreijähriger Alessio totgeprügelt: Sechs Jahre Haft für Stiefvater

Landgericht in Freiburg: angeklagter Stiefvater
Dem 33 Jahren alten Stiefvater wird vorgeworfen, den dreijährigen Alessio im Januar 2015 auf einem Bauernhof in Lenzkirch zu Tode geprügelt zu haben.
dpa, Patrick Seeger

Junge starb qualvoll

Nach dem qualvollen Tod des dreijährigen Alessio im Schwarzwald ist der Stiefvater des Jungen zu sechs Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht Freiburg sprach den 33 Jahre alten Landwirt wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung schuldig. Der Mann hatte zum Prozessauftakt Mitte September zugegeben, Alessio geschlagen zu haben. Der Dreijährige war verletzt worden und kurze Zeit später an den Folgen der heftigen Schläge gestorben.

Die Tat hatte sich Mitte Januar auf dem Bauernhof der Familie in Lenzkirch bei Freiburg ereignet und Entsetzen ausgelöst. Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer acht Jahre und drei Monate Gefängnis wegen Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Misshandlung gefordert. Die Verteidigerin hatte sich für vier Jahre Haft ausgesprochen. Ein psychiatrischer Gutachter hatte vor Gericht ausgesagt, der Landwirt sei voll schuldfähig.

In der Kritik in dem Fall steht das zuständige Jugendamt. Es soll Warnungen ignoriert und Alessio nicht ausreichend geschützt haben. Bereits im Sommer 2013 hatte es Hinweise gegeben, dass Alessio körperlich misshandelt wird. Das Jugendamt entschied jedoch, den Jungen in der Familie zu lassen.

Nachdem mehrere Bürger Anzeige erstattet haben, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglichen Behördenversagens. Diese Untersuchungen dauern noch an. Der für das Jugendamt zuständige Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald lässt den Fall von Experten untersuchen. Erste Ergebnisse sollen nach Angaben des Kreises am 20. Oktober veröffentlicht werden.