13. März 2019 - 17:48 Uhr

Hinter dem Cochlea-Implantat steckt eine aufwendige Operation

Seit ihrer Geburt vor drei Jahren hat die kleine Ha aus Vietnam eine Hörschwäche. Die Stimme ihrer Eltern, das Bellen eines Hundes – all das blieb ihr bisher verborgen. Die Geräusche in ihrer Umwelt klingen für sie dumpf und leise. Doch dank eines sogenannten Cochlea-Implantats, das durch eine aufwändige Operation eingesetzt wird, kann die Kleine endlich wieder hören. Wie sie und ihre Eltern darauf reagieren, sehen Sie im Video.

„Es funktioniert nicht wie eine Brille, die man aufsetzt und direkt sieht“

In Deutschland leben 25.000 bis 30.000 Menschen mit Cochlea-Implantaten. Angewendet wird das Verfahren, wenn Betroffene trotz leistungsstarker Hörgeräte kaum bis gar nicht hören und sprechen können. "Es ist nicht wie ein Lichtschalter. Und es funktioniert auch nicht wie eine Brille, die man aufsetzt und man direkt sieht. Mit dem Chochlea-Implantat müssen insbesondere die Kinder das Hören lernen", beschreibt Apryl Sweat. Sie ist die für Ha zuständige Audiologin. "Es arbeiten mehrere Computer zusammen. Mikrophone nehmen den Ton auf, und verwandeln ihn in Signale ans Gehirn. Und direkt im Gehirn hören sie dann. Das Ohr muss also gar nichts mehr machen."

Ha erhielt eine Spende von der „Hear the Word“-Foundation

Günstig ist die Operation jedoch nicht – inklusive Rehabilitationsmaßnahmen liegen die Kosten bei etwa 40.000 Euro. Da sich ihre Familie diesen Eingriff nicht leisten kann, erhält Ha eine Hörimplantat-Spende von der "Hear the Word"-Foundation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, weltweit Kindern in Not Gehör zu schenken. Die Verantwortliche Elena Torresani fliegt viermal im Jahr in Länder mit mangelhafter ärztlicher Versorgung, um vor Ort zu helfen.