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Dreifach-Mord am Tag der Einschulung: Prozessbeginn gegen Vater (41)

16.03.2018, Baden-Württemberg, Rottweil: Der Angeklagte im Prozess um einen Dreifach-Mord (M) wird im Landgericht im Gerichtssaal von Justizbeamten an seinen Platz geführt. Ein halbes Jahr nach dem Familiendrama von Villingendorf mit drei Toten hat d
Der Prozess nach dem schrecklichen Dreifach-Mord von Villingendorf hat begonnen. © dpa, Marijan Murat, mut jai

Unfassbare Bluttat aus Rache an Ex-Freundin

"Wir haben es mit einem Tatgeschehen zu tun, das fassungslos macht." Wenn sich ein Strafverteidiger so äußert, kann man bereits von einem besonders grausamen Verbrechen ausgehen. Weil er seiner Ex-Freundin Leid zufügen wollte, soll ein 41-Jähriger in Villingendorf (Baden-Württemberg) den gemeinsamen Sohn (6), den neuen Freund seiner Ex-Partnerin und dessen Cousine erschossen haben. Vor dem Landgericht Rottweil läuft jetzt der Prozess.

Angeklagter handelte heimtückisch

ARCHIV - 20.09.2017, Baden-Württemberg, Villingendorf: Blumen, Kerzen und Kuscheltiere liegen vor dem Haus, an dem am 14. September drei Menschen erschossen wurden. Der mutmaßliche Täter wurde am 19. September von der Polizei gefasst. (zu dpa: «Staat
Die Anteilnahme nach dem Familiendrama in Villingendorf war groß. © dpa, Sebastian Gollnow, scg htf bwe

Weil er die Trennung von der Mutter seines Kindes nicht ertrug, fasste der Angeklagte wohl einen schrecklichen Entschluss. Am 14. September 2017 soll der 41-Jährige den gemeinsamen, sechs Jahre alten Sohn bei einer privaten Einschulungsfeier in Villingendorf erschossen haben. Außerdem habe er den neuen Freund seiner Ex-Partnerin und dessen Cousine kaltblütig ermordet. Seine Ex-Freundin verschonte er laut Staatsanwaltschaft bewusst, um ihr durch den Tod der Angehörigen Schmerz zu bereiten. Nach einer fünftägigen Flucht wurde der mutmaßliche Täter gefasst.

"Er wusste, dass er ihn töten würde - und darauf kam es ihm an", sagte der Staatsanwalt beim Prozessbeginn über die Absicht des Angeklagten das Kind zu ermorden. Der Mann habe bei der Tat außerdem eine Tasche mit Kabelbinder, Klebeband und eine Flasche mit Benzin bei sich getragen. Laut Staatsanwaltschaft handelte er heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen, weshalb die Anklage auf Mord lautet.

Psychologisches Gutachten erwartet

Der Vater soll seinen kleinen Sohn mit drei Schüssen getötet haben. Seine Ex-Partnerin konnte zu Nachbarn fliehen und die Polizei verständigen. Die verzweifelten Notrufe der 31-Jährigen wurden beim Prozessauftakt abgespielt. Sie hatte sich im Februar 2017 vom Vater ihres Kindes getrennt. Weil sie sich schon zu diesem Zeitpunkt bedroht gefühlt hatte, war ein Kontaktverbot erwirkt worden. In dem Prozess soll auch ein psychologischer Gutachter seine Einschätzung zu dem Angeklagten abgeben. Nach Angaben des Verteidigers Bernhard Mussgnug gibt es Anzeichen auf eine Persönlichkeitsstörung. Am 26. Juni wird am Landgericht Rottweil ein Urteil erwartet.

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